Trunkenheit am Steuer: Polizisten auf der Anklagebank

Heilbronn  Der Prozess gegen zwei Heilbronner Polizisten vor dem Amtsgericht ist neu terminiert worden. Das Verfahren gegen die beiden Beamten der Kriminalpolizei soll am 8. Februar 2018 beginnen. Eigentlich war ein Termin im vergangenen August angedacht gewesen.

Von Helmut Buchholz

Die Staatsanwaltschaft wirft den Ordnungshütern Trunkenheit am Steuer und unerlaubtes Führen einer Waffe vor. Der erste Prozesstermin Anfang August fiel aus, weil eine Verteidigerin verhindert war.

Die beiden Kripo-Beamten sind laut Staatsanwaltschaft nach Dienstschluss in einem Besen in einer Kommune im Hohenlohekreis eingekehrt und haben dort reichlich Alkohol getrunken. Im Besen sollen sie ihre Dienstwaffen dabei gehabt haben, einer habe sie sogar locker in den Hosenbund gesteckt.

Polizisten konnten sich kaum auf den Beinen halten

Als sie den Besen verließen, seien sie so betrunken gewesen, dass sie sich gegenseitig stützen mussten, weil sie sich nicht mehr auf den Beinen halten konnten. Ein Beamter sei dann noch in eine Hecke gestürzt. Dennoch setzten sich die beiden in den Dienstwagen und fuhren – zum Teil in Schlangenlinien – zum Heilbronner Polizeirevier.

Nach Informationen unserer Zeitung ist einer der Beamten mittlerweile in Pension, der andere aber noch im Dienst. Der Dienstherr, das Heilbronner Polizeipräsidium beziehungsweise das Land Baden-Württemberg, wartet den Ausgang des Gerichtsverfahrens ab. Dann soll entschieden werden, ob der Arbeitgeber in einem Disziplinarverfahren über eine mögliche Strafe des Amtsgerichts hinaus Sanktionen gegen die Beamten verhängt. Möglich wäre auch, dass die Polizisten Pensionsansprüche verlieren.