Razzia der Heilbronner Steuerfahnder

Heilbronn - 1001 Selbstanzeigen sind beim Heilbronner Finanzamt eingegangen - als Konsequenz aus dem Ankauf von Steuer-CDs. Ein Anwalt bestätigte gegenüber stimme.de, dass es zahlreiche Ermittlungen gab.

Heilbronn - Steuerfahnder haben als Konsequenz aus dem Ankauf von Daten-CDs auch Objekte in der Region durchsucht. Oliver Horn, Anwalt für Steuerrecht aus Neckarsulm, bestätigte gegenüber stimme.de, dass es tatsächlich Ermittlungen gegeben hat, die aus dem Ankauf von schweizer Bankdaten resultieren. Der Beratungsbedarf zu Steuerdelikten sei enorm gestiegen, sagte er – vor allem seit dem Fall Hoeneß. 

Exel-Datei

Kurz nach dem Ankauf der ersten Daten-CD durch das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) im Februar 2010 sei eine seiner Mandantinnen von der Straf- und Bußgeldsachenstelle des Heilbronner Finanzamts angeschrieben worden, sagte Horn.

Dem Schreiben lag ein Excel-Ausdruck mit Name, Adresse, Kontonummer und fraglichem Betrag bei der Schweizer Bank Credit Suisse bei. Dazu der Satz, dass gegen seine Mandantin „der Verdacht auf Einkommensteuerhinterziehung“ bestehe und dass sie nun Gelegenheit zur Stellungnahme habe. Horn: „Das war ganz klar auf die Daten-CD zurückzuführen.“

Selbstanzeigen

1001 Selbstanzeigen sind seit Februar 2010 beim Heilbronner Finanzamt eingegangen. Heilbronn liegt damit im Vergleich zu anderen Regionen im Land im Mittelfeld. Überdurchschnittlich viele Fälle, nämlich mehr als 2000, sind in und um Freiburg registriert, die geringste Zahl kommt aus Pforzheim (682).

Aber: „Die Häufigkeit der Anzeigen lässt keine Rückschlüsse auf die Ehrlichkeit der Menschen zu. Dass die Bürger in Heilbronn viel ärmer oder wesentlich ehrlicher sind, dafür gibt es keine Befunde“, sagt Thomas Eigenthaler, Bundesvorsitzender der Deutschen Steuergewerkschaft (DSTG). vbs/jükü