Mordfall Untergriesheim: Anklage gegen 27 Jahre alten Asylbewerber

Heilbronn  Die Heilbronner Staatsanwaltschaft hat nach der Gewalttat in Untergriesheim Mitte Mai gegen einen 27-jährigen Asylbewerber Anklage wegen Mordes erhoben.

Untergreisheim
Tatort Untergriesheim: Warum wurde die 70-Jährige getötet? Nach dem Ermittlungsverfahren sind noch einige Fragen offen. Foto: Archiv/Stahl

Die Heilbronner Staatsanwaltschaft hat im Fall des Mordes in Untergriesheim Mitte Mai gegen einen 27-jährigen Asylbewerber Anklage beim Heilbronner Landgericht wegen Mordes erhoben.

Sie wirft dem Mann vor, in der Nacht zum 19. Mai in das Wohnhaus der 70-jährigen Bad Friedrichshallerin eingedrungen zu sein, um „einen aus seiner Sicht ungläubigen Menschen umzubringen“ – er soll die Frau erwürgt haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann außerdem vor, Geld und Wertgegenstände entwendet zu haben. Der Beschuldigte bestreitet, die Tat begangen zu haben. Lange hatten die Ermittler sich mit rätselhaften englischen und arabischen Schriftzeichen im Haus beschäftigt, die der Täter unter anderem an einem Schrank im Schlafzimmer hinterlassen hat.

Zu ihrer Deutung wurde eigens ein Islamwissenschaftler hinzugezogen. „Wegen ihrer Vieldeutigkeit gestaltete sich die Übersetzung schwierig“, sagt Christoph Meyer-Manoras, Pressesprecher der Heilbronner Staatsanwaltschaft. Dennoch leiten die Ermittler aus ihnen einen religiösen Hintergrund der Tat ab.

Auch die Suche nach dem möglichen Motiv des Täters für Raub und Mord sorgt für Fragezeichen. „Er hat sich nicht zur Tat geäußert“, sagt Christoph Meyer-Manoras. Nicht klar ist außerdem, wie der Täter in die Wohnung gelangt ist. „Am wahrscheinlichsten ist, dass er über einen Kellerschacht eingestiegen ist.“ Nach den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft kannte der Täter sein Opfer nicht.

Es gibt Hinweise, dass der Mann aus Pakistan stammt, er soll zuletzt in einer Unterkunft für Asylbewerber in Öhringen gelebt haben. ale