Löwensteiner Mordprozess: Heute sollen Kinder des Opfers aussagen

Heilbronn/Löwenstein  Das Landgericht setzt das Verfahren um die Messerattacke an der Tagungsstäte Löwenstein fort. Der Angeklagte schwieg bisher beharrlich. Was zeichnen die Kinder für ein Bild von ihrem Vater? Ein emotionaler Gerichtstag ist zu erwarten.

Von Carsten Friese

Im Prozess um den Mord an einer Mitarbeiterin der Evangelischen Tagungsstätte in Löwenstein werden am Freitag im Heilbronner Landgericht zwei besondere Zeugen auftreten: Die Kinder des Mordopfers und des angeklagten Ehemannes werden von der Schwurgerichtskammer befragt. Nach Informationen der Stimme werden sie sich voraussichtlich auch zu dem familiären Verhältnissen in der Zeit vor der Tat äußern. 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 63 Jahre alten Angeklagten vor, seiner getrennt von ihm lebenden Ehefrau (59) im März 2017 auf dem Mitarbeiterparkplatz der Tagungsstätte aufgelauert und sie dann mit 14 Stichen und Schnitten in den Körper getötet zu haben. Die Frau verblutete.

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Der Angeklagte streitet die Tat ab. Die Ermittler fanden jedoch eine Getränkedose mit seiner DNA in Tatortnähe; ein Spürhund der Polizei verfolgte die Fährte bis in die Nähe seines Wohnhauses. Die Tatwaffe, das Messer, hat die Polizei jedoch bis heute nicht gefunden. Bereits beim Prozessauftakt gab es emotionale Szenen. Tochter und Sohn sind Nebenkläger in dem Verfahren. Als der Vater in Handschellen ins Gericht geführt wurde, flossen Tränen.

Als Tatmotiv nimmt die Staatsanwaltschaft an, dass der Mann die Trennung seiner Frau nicht verkraftete. Sie hatte zur Tatzeit einen neuen Lebensgefährten.

 

Was bisher beim Prozess geschah