Lebensmittelhändler um 1,5 Millionen Euro erpresst

Heilbronn  Ein Prozess gegen zwei junge Männer beginnt heute am Heilbronner Amtsgericht: Die Angeklagten drohten einem Händler, Fotos von angeblich unhygienischen Zuständen aus seinem Lager zu veröffentlichen.

Von Carsten Friese

Weil sie einen Lebensmittelhändler aus dem Raum Heilbronn mit Bildern von angeblich unhygienischen Zuständen in einem Lager erpresst haben sollen, müssen sich heute zwei junge Männer vor dem Heilbronner Amtsgericht verantworten. Die Angeklagten, beide Anfang 20, sollen dem Händler laut Anklage im Mai 2017 gedroht haben, die Bilder zu veröffentlichen.

Als Gegenleistung für eine Nichtveröffentlichung sollen sie eine Summe von 1,5 Millionen Euro gefordert haben. Bei einem zweiten Erpressungsversuch, den das Duo einen Monat später in einem Außenlager startete, sind die beiden laut Anklage festgenommen worden. Das Jugendschöffengericht hat für den Fall zwei Zeugen geladen.

Laut Strafgesetzbuch liegt der Strafrahmen bei Erpressung bei Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. In dem Fall wird eine Besonderheit sein, ob die Tat des jüngeren Angeklagten noch nach dem Jugend- statt dem schärferen Erwachsenenstrafrecht eingestuft wird.

Bis zu einem Alter von maximal 20 Jahren zur Tatzeit kann ein Gericht bei erkennbaren Reifedefiziten eines Angeklagten nach dem Jugendstrafrecht urteilen.