Kinderporno-Fall: Hinderer beklagt lange Zeitdauer

Stuttgart/Heilbronn  Nach einer Sitzung im Innenausschuss des Stuttgarter Landtags sieht der Heilbronner SPD-Landtagsabgeordnete keine zufriedenstellende Antwort auf die Frage, warum der Beruf des tatverdächtigen Kindergartenleiters 15 Monate keine Rolle spielte. Mit einer neuen Anfrage hakt er zu den Ermittlungen nach.

Von Carsten Friese

Kindergarten Kita
Der beschuldigte Ex-Erzieher arbeitete im Heilbronner Wilhelm-Busch-Kindergarten. Foto: Heibel  

Der Kinderporno- und Missbrauchsfall um einen Heilbronner Kindergartenerzieher hat am Mittwoch den Innenausschuss des Stuttgarter Landtags beschäftigt. In nichtöffentlicher Sitzung behandelte der Ausschuss die Anfrage des Heilbronner SPD-Abgeordneten Rainer Hinderer, der vor allem Abläufe der Ermittlungen und die lange Dauer von 15 Monaten, in der der Beruf des Tatverdächtigen ungeklärt blieb, kritisch hinterfragt hatte.

"Auf meine entscheidende Frage, wieso der Beruf des Mannes über einen so langen Zeitraum keine Rolle spielte, habe ich bislang keine zufriedenstellende Antwort erhalten", sagte Hinderer gestern nach der Sitzung auf Anfrage. Er hatte die Gefährdung von Kindern durch weitere mögliche Übergriffe ins Feld geführt. Der Erzieher soll einen Jungen über Jahre sexuell missbraucht haben. Er sitzt inzwischen in U-Haft.

Der Arbeitgeber des Erziehers, die Evangelische Gesamtkirchengemeinde, war erst 16 Monate nach einer Hausdurchsuchung mit dem Fund von mehr als 10.000 kinderpornographischen Bild- und Videodateien über die Vorwürfe gegen den Mitarbeiter informiert worden.

Frage nach den Konsequenzen

Inzwischen hat Hinderer eine weitere Anfrage an den Landtag zu dem Fall gestellt und hakt vor allem zu Polizeiermittlungen nach. Warum der Beruf des Beschuldigten nicht abgefragt wurde, auf welchem Weg das Polizeipräsidium spät Kenntnis vom Beruf des Erziehers erhielt und welche Konsequenzen aus dem Vorgang gezogen werden, will er wissen. Zudem fragt er, welche konkreten Ermittlungsergebnisse es in den ersten 15 Monaten gab.

 


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