Hungerstreik: Kurden-Protest auf Kiliansplatz

Heilbronn - Erneut eine ungewöhnliche Aktion von Kurden auf dem Heilbronner Kiliansplatz: Am Donnerstagmittag haben rund 20 Demonstranten mit einem dreitägigen Hungerstreik begonnen. Ausrichter ist die Kurdische Gemeinschaft Heilbronn.

Von Adrian Hoffmann

Heilbronn - Erneut eine ungewöhnliche Aktion von Kurden auf dem Heilbronner Kiliansplatz: Am Donnerstagmittag haben rund 20 Demonstranten mit einem Hungerstreik begonnen. Ausrichter ist die Kurdische Gemeinschaft Heilbronn.

Man wolle damit Solidarität mit den politischen Gefangenen in türkischen Gefängnissen zeigen, heißt es, die sich seit einigen Wochen in einem unbefristeten Hungerstreik befinden.

„Wir hoffen einfach, mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu bekommen“, sagt Orhan Ates, Vorsitzender der Kurdischen Gemeinschaft Heilbronn. „Es sollte mehr öffentlicher Druck ausgeübt werden, um an der Situation in der Türkei etwas zu ändern.“

Polizei vor Ort

Die Polizei ist präventiv vor Ort, aber lange nicht mit einem solchen Großaufgebot wie bei einer kurdischen Protestaktion vor wenigen Wochen, die ebenfalls auf dem Kiliansplatz stattfand. Diese Aktion hatte unter dem Motto „Freiheit für Öcalan“ gestanden.

Die jetzige Protestveranstaltung wurde erneut bei der Stadt Heilbronn angemeldet und soll diesmal drei Tage dauern, von je 12 bis 18 Uhr. Die Initiatoren haben auch ein Infozelt auf dem Kiliansplatz aufgebaut.

Nur Getränke

Die kurdischen Demonstranten wollen bis einschließlich Samstag nichts mehr essen. Nur Getränke soll es geben, Wasser und Schwarztee. Die Teilnehmer tragen Überzieher mit der Aufschrift „Hungerstreik“.

Am heutigen Feiertag haben allerdings nur wenige Passanten das Geschehen überhaupt mitbekommen. Am Freitag und Samstag dürfte sich das ändern.

Die seit September in der Türkei streikenden politischen Gefangenen – Angehörige der Arbeiterpartei Kurdistan (PKK) und der freien Frauen Kurdistans (PAJK) – fordern unter anderem, dass Bedingungen für die Gesundheit, Sicherheit und Freiheit des PKK-Chefs Abdullah Öcalan geschaffen werden und die Unterdrückung der kurdischen Muttersprache beendet werden müsse.

Die mindestens mehrere Hunderte Gefangenen in der Türkei wollen diversen Medienberichten zufolge den Streik solange fortführen, bis ihre Forderungen erfüllt werden.