Heftige Beleidigungen: Verurteilter Vergewaltiger erneut vor Gericht

Heilbronn/Kraichgau  Nach einer Sexualstraftat gegen eine Rentnerin im Kraichgau rastete ein Angeklagter im Verfahren um seine Schuld immer wieder aus. Er erhielt zwölf Jahre Haft plus Sicherungsverwahrung. Jetzt steht er erneut vor Gericht. 52 Fälle von Beleidigungen stehen in der Anklage.

Von Carsten Friese

Seine Tat war schon abscheulich. Wegen Vergewaltigung einer Rentnerin ist ein 43 Jahre alter Angeklagter vom Heilbronner Landgericht zu zwölf Jahren und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Jetzt muss der Mann sich erneut vor Gericht verantworten, weil er im Zuge des Prozesses um die Vergewaltigung immer wieder Angehörige des Landgerichts mit Beleidigungen überzogen haben soll. 52 Fälle zählt das Gericht auf.

In der Anklage ist nur eine beispielhafte Auswahl enthalten, weil die Fülle an Ausdrücken "sonst den Rahmen der Anklageschrift" gesprengt hätte, teilt das Gericht mit.

Tat mit Handy gefilmt

Das Landgericht hatte den Mann verurteilt, weil er sich bei einer Rentnerin im Kraichgau als falscher Telekommitarbeiter ausgab, sie mit einem Messer bedrohte und zum Oralsex zwang. Die Tat hat er mit seinem Handy gefilmt und die Rentnerin um Geld mit der Drohung erpresst, das Video sonst ins Internet zu stellen.

Das Schöffengericht hat im neuen Verfahren drei Zeugen und einen Sachverständigen geladen.
Laut Strafgesetzbuch wird Beleidigung mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

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