Haftstrafe und Berufsverbot für Arzthelferin

Heilbronn - Weil sie Methadon stahl und von einem Drogenabhängigen auf dem Schwarzmarkt verkaufen ließ, hat das Heilbronner Landgericht eine 45-jährige Arzthelferin zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

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Methadonampulle bei der Abgabe in einer Apotheke. Foto: Archiv/Veigel
Heilbronn - Weil sie literweise Methadon aus einer Arztpraxis stahl und von einem Drogenabhängigen auf dem Schwarzmarkt verkaufen ließ, hat das Heilbronner Landgericht eine 45-jährige Arzthelferin zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Frau in 26 Fällen 0,5- oder 1-Liter-Portionen aus ihrer Praxis abzapfte, die Behälter mit Wasser wieder auffüllte und den Stoff dem Abhängigen zum Verkauf auf dem Schwarzmarkt übergab. Mehr als 25.000 Euro soll sie dadurch illegal erhalten haben. Als Motiv nannte das Gericht finanzielle Schwierigkeiten der Familie. Das eigene Haus stand vor der Zwangsräumung.

Polizei kam der Frau mit Scheinkauf auf die Schliche

Als erheblichen Vertrauensbruch gegenüber ihrem Arzt und den Patienten stufte der Vorsitzende Richter diese Taten über den Zeitraum eines Jahres an. Die Frau hätte als Arzthelferin dieser Praxis genau gewusst, dass die Droge Methadon „ein erhebliches Suchtpotenzial“ aufweise. Der Weiterverkäufer war Patient in der Praxis.

Als die Polizei dem Treiben auf die Schliche kam, fädelten die Ermittler einen Scheinkauf ein. Dabei nahm die Arzthelferin 1500 Euro von ihrem Kompagnon an. Im Schlafzimmer ihrer Wohnung fand die Polizei danach weitere 4,4 Liter Methadonlösung. Zusätzlich zur Haftstrafe verhängte das Gericht ein dreijähriges Berufsverbot. cf