Erst Haftstrafe für Betrüger, dann Prozess wegen Tötungsdelikt

Heilbronn/Löwenstein  Ein 63-Jähriger wurde am Freitagmorgen wegen Gaunereien beim Küchenverkauf zu einer 22-monatigen Haftstrafe verurteilt. Der Mann sitzt derzeit wegen eines anderen Vorwurfs in U-Haft. Er soll seine Ehefrau vor der evangelischen Tagungsstätte in Löwenstein erstochen haben.

Von Helmut Buchholz

Das Heilbronner Amtsgericht hat am Freitagmorgen einen 63-Jährigen wegen gewerbsmäßigen Betrugs 22 Monate hinter Gitter geschickt. Der Mann hatte einer Kundin eine Einbauküche verkauft, dafür Vorkasse von 12.300 Euro kassiert, und das Geld in die eigene Tasche gesteckt. Die Küche hat er nie geliefert, hätte er auch nicht können, denn er war schon lange pleite.

Langes Vorstrafenregister

Dass der 63-Jährige nun tatsächlich ins Gefängnis muss und keine Bewährungsstrafe mehr erhielt, liegt an seinem langen Vorstrafenregister. Es gibt insgesamt 18 Urteile gegen ihn, viele davon einschlägig. Schlimmer noch: Nur vier Wochen vor dem Küchenbetrug hatte ihn derselbe Richter, Alexander Lobmüller,  wegen der gleichen Masche zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Lobmüller nannte diese „Rückfallgeschwindigkeit“ den „Gipfel“. Der Staatsanwalt warf dem Angeklagten vor, seine Opfer zu verhöhnen.

Der Angeklagte sitzt derzeit wegen eines noch schwerwiegenderen Vorwurfs in Untersuchungshaft. Gegen ihn besteht der dringende Tatverdacht, seine von ihm getrennt lebende Ehefrau Ende März vor der evangelischen Tagungsstätte in Löwenstein erstochen zu haben.

Der Prozess wegen des Tötungsdelikts soll im Januar 2018 vor dem Landgericht in Heilbronn beginnen.