Arzthelferin gibt literweisen Diebstahl von Methadon zu

Heilbronn  Heilbronn - Im Prozess um die illegale Abgabe großer Mengen Methadon hat eine Arzthelferin am Donnerstag vor dem Heilbronner Landgericht gestanden, die Ersatzdroge gleich literweise für einen Patienten beiseite geschafft zu haben.

Von unserem Redakteur Carsten Friese

Arzthelferin gibt illegale literweise Abgabe von Methadon zu

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Foto: Archiv/Veigel

Heilbronn - Im Prozess um die illegale Abgabe großer Mengen Methadon hat eine Arzthelferin am Donnerstag vor dem Heilbronner Landgericht gestanden, die Ersatzdroge gleich literweise an einen Patienten abgegeben zu haben. Im Gegenzug dafür habe sie Speed und am Ende auch viel Geld erhalten - das sie aber nie gefordert habe.

Sie räumte ein, das Methadon auf Wunsch des Patienten gestohlen zu haben, der regelmäßig in die Praxis gekommen sei. Er habe auch gefordert, die Methadonmengen zu steigern. Am Ende übergab sie dem Mann jeden Monat eine Literflasche - das Zigfache des persönlichen Bedarfs.

Warum sie dies gerade als Arzthelferin tat? Nach ihren Angaben sei sie da "reingeraten", weil sie in dieser Zeit schlecht drauf gewesen sei und der Methadonpatient ihr im Gegenzug Speed als "Fitmacher" besorgt habe.

Das Methadon will sie aus der Arztpraxis entwendet haben. Wenn der Vorrat leer war, sei man einfach zur Apotheke gegangen und habe Nachschub besorgt. Dort habe nach ihren Angaben "nichts gestimmt", keine Kontrolle gegriffen. Nicht umsonst habe die Apotheke etwas später geschlossen.

Normalerweise darf Methadon nur nach Rezept abgegeben werden. Rezept- und Ausgabemenge müssten eigentlich übereinstimmen.

Das Gericht tat sich schwer, der Angeklagten die Angaben von der hilfsbereiten, gutmütigen Frau zu glauben. Zumal sie bei der letzten Übergabe 1500 Euro von dem Patienten für einen Liter Methadon erhielt und in ihrer Wohnung weitere 4,4 Liter Methadon in Flaschen entdeckt worden waren.

Der Prozess ist auf fünf Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird Ende Mai erwartet.