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CDU sieht Sicherheitsdefizit bei GKN I
Von Reto Bosch
Neckarwestheim - Ältere Atomkraftwerke, zu denen auch GKN I gehört, weisen im Vergleich zu neueren Meilern Sicherheitsdefizite auf. Darauf weisen Kernkraftgegner und einige Wissenschaftler immer wieder hin. Die CDU räumt dies in einem internen Strategiepapier zur Kernenergie vom August 2009 ein. Dieses ließen Hessens Ministerpräsident Roland Koch und sein damaliger Kollege Günther Oettinger aus Baden-Württemberg Bundeskanzlerin Angela Merkel am 30. September zukommen. Die beiden Ministerpräsidenten hatten Vorarbeit geleistet, um in den Koalitionsverhandlungen möglichst rasch Ergebnisse zu erzielen und so die Zukunft der Atomkraftwerke in ihren Ländern zu sichern. Dieses Konzept wurde von Greenpeace jetzt öffentlich gemacht und liegt dervor.
Nachrüstungen
Durch laufende Nachrüstungen hätten ältere Anlagen ein Sicherheitsniveau erreicht, das an jenes neuerer Atomkraftwerke heranreicht, heißt es in dem Schreiben. Einzelne sicherheitsrelevante Unterschiede gebe es aber dort, wo den Nachrüstungen Grenzen gesetzt waren. Und weiter: "Solche Unterschiede bestehen beim baulichen Schutz, bei der Materialwahl von Komponenten und Rohrleitungen des Primärkreislaufs und bei der leittechnischen Realisierung einer der Störfallbeherrschung vorgelagerten Begrenzungsebene".
In der öffentlichen Debatte werde vor allem der mangelnde Schutz gegen Flugzeugabstürze als Sicherheitsproblem thematisiert. Um die Logik "Laufzeiten gegen Sicherheit" plakativ herauszustellen, könne in die Vereinbarung die Verpflichtung der Betreiber aufgenommen werden, dass alle Kernkraftwerke, die über das Jahr 2020 hinaus am Netz bleiben sollen, bis 2015 einen baulichen Schutz gegen Flugzeugabstürze erhalten müssten. Dieser solle vergleichbar sein mit dem der sogenannten Konvoi-Anlagen Isar II, Emsland und GKN II.
Grundlage
In dieser Deutlichkeit war aus den Reihen der CDU bislang kaum etwas zu dieser Sicherheitsfrage zu hören. "Die Unterschiede zwischen älteren und neuen Meilern haben wir nie negiert", erklärt ein Pressesprecher des baden-württembergischen Umweltministeriums. Das Strategiepapier sei Grundlage für die Koalitionsgespräche gewesen. Bis Herbst soll die Laufzeitfrage beantwortet werden. GKN I muss nach derzeitigem Stand im April/Mai vom Netz.
Interessante Links
Aktionsbündnis Energiewende Heilbronn
BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland
Bund der Bürgerinitiativen Mittlerer Neckar
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
Bundesamt für Strahlenschutz
Deutsches Atomforum e.V.
Greenpeace
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