Zirkuschefs wollen um Wildtiere in der Manege kämpfen

Heilbronn  Beim Heilbronner Weihnachtszirkus sollen bald keine Wildtiere mehr auftreten dürfen - so will es die Stadtverwaltung. Die Zirkus-Macher präsentieren nun nach eigener Aussage mehr als 10.000 Protestkarten, die sich gegen ein solches Verbot richten.

Von unserem Redakteur Carsten Friese

Zeigen zwei Körbe mit den vielen Protestnoten gegen das Wildtierverbot der Stadt: die Weihnachtszirkus-Organisatoren Sascha Melnjak (links) und Uwe Gehrmann. Ob es etwas nützt?

Foto: Friese

 Friese

Die Enttäuschung über das überraschend zügig verhängte Wildtierverbot der Stadt Heilbronn für Zirkusse ist Sascha Melnjak deutlich anzumerken. Nach Jahren der guten Zusammenarbeit des Heilbronner Weihnachtszirkusses mit der Stadt hätten sich der Oberbürgermeister und der Gemeinderat "zumindest ein Bild bei uns machen können, wie die Tiere gehalten werden", sagt der Organisator, der mit seinem Kollegen Uwe Gehrmann jedes Jahr ein neues Programm mit vielen preisgekrönten Nummern auf die Beine stellt.

Tierquälerei? "Das ist harter Tobak", sagt Melnjak, verweist auf wissenschaftliche Studien mit Zirkustieren, die anderes belegten. Man könne nicht alle Zirkusse in einen Topf werfen. Es gebe ein umfassendes Tierregister mit allen Daten, die Kontrolldichte sei hoch. Bei seinem Heimatzirkus Knie habe es im Vorjahr "47 Veterinärkontrollen" gegeben.

Ein Wildtierverbot sieht er als großes Problem für die Zukunft der Zirkusse

Eine Aktion mit Protestkarten im Heilbronner Weihnachtszirkus gegen das städtische Verbot haben die Zirkusmacher gleich am ersten Showtag im Dezember gestartet. Gestern präsentierten Melnjak und Gehrmann zwei große Körbe voller ausgefüllter Protestkarten. "Mehr als 10.000 Stück" seien es, hat Gehrmann überschlagen − ein deutliches Besuchervotum.

Die Kartenmenge wollen die beiden als Symbol in einem bereits zugesagten Gespräch mit der Stadt über die Zukunft des Weihnachtszirkusses einbringen. An einer Verlängerung des 2019 auslaufenden Vertrages ist das Duo interessiert. Aber: "Wir werden darum kämpfen, dass wir auch weiterhin diese Tiere zeigen können", unterstreicht Uwe Gehrmann.

Könnte es hier zu einem Ende der großen Erfolgsstory mit 70.000 bis 80.000 zufriedenen Besuchern pro Saison kommen?

Bitte beachten Sie:

Dies ist eine kostenlose Kurzversion eines Stimme.de Premium Inhalts. Sind Sie bereits Stimme.de Premium Leser oder interessieren Sie sich für unsere Premium-Angebote, besuchen Sie bitte die ausführliche Version dieses Artikels.

zum Premium Artikel