Im Visier auf der A6: Reisende Straftäter und Rostlauben

Region  Großkontrolle an der Autobahn: Die Polizei zeigt Präsenz und entdeckt mehrere Verstöße. Auch eine Festnahme gibt es.

Von Helmut Buchholz

Auf dem Autobahnparkplatz Bauernwald an der A6 nahe Bad Rappenau geht es zu wie im Taubenschlag. Die Polizei ist mit 34 Beamten im Einsatz, inklusive Zollfahndern und Technischem Hilfswerk. In Zivil- und Streifenwagen fischen die Ordnungshüter "Verdächtige" aus dem Verkehr.

Mit der Großkontrolle am Mittwoch, die jährlich nur zwei Mal stattfindet, will die Polizei Flagge zeigen. Im Visier sind vor allem reisende Straftäter, Drogenhändler zum Beispiel, und Lkw-Fahrer, die sich nahe des Weinsberger Kreuzes nicht an die Regeln halten.

 

 

Die Polizei will mit ihrer Aktion Stärke zeigen. Sie zeigt dabei aber auch, wie schwer ihr das fällt − angesichts ihres Personalmangels und knapp 30.000 Lkw, die täglich das Weinsberger Kreuz passieren. Dabei finden selbst Brummi-Fahrer wie Jürgen Fingerhut die Kontrollen sinnvoll. Ihn haben die Polizisten gestoppt, weil sein Lkw die zulässige Gesamtlänge überschreitet. "Auf der Autobahn ist die wilde Sau los. Das Überholverbot interessiert keinen mehr", sagt der 44-Jährige aus Hessen. "Doch ohne Kontrollen hätten wir noch mehr wilde Sau."

Polizist Michael Halasz inspiziert Fingerhuts Lkw. Er sorgt seit 1978 für Sicherheit und Ordnung auf der Autobahn. Sein Eindruck: "Bei den Autofahrern lässt die Moral immer mehr nach." Wären deshalb noch mehr Kontrollen wünschenswert? Halasz nickt, merkt aber an: "Dafür haben wir ja nicht mal genügend Parkplätze."
 

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Bilanz der Großkontrolle

Die Polizei zog am Mittwochabend eine erste Zwischenbilanz ihrer Großkontrolle zwischen 15 und 21 Uhr auf der A6: Bis 19 Uhr hatten die Beamten 56 Fahrzeuge und 77 Personen kontrolliert. Drei Fahrer standen unter Drogeneinfluss und durften nicht mehr weiterfahren. Sechs Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung wurden geahndet, zum Beispiel Telefonieren am Steuer. Zwölf Lkw-Fahrer verstießen gegen die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten.

Bei einem Lkw-Fahrer wird es richtig teuer. Er beziehungsweise sein Spediteur muss mehrere tausend Euro Strafe zahlen. Der Grund: Der Autotransporter hatte zwei Wagen zu viel geladen. Die Polizei registrierte zwei Verstöße gegen das Waffengesetz, sie entdeckte ein verbotenes Springmesser und einen Schlagstock. Eine Person verstieß gegen das Ausländerrecht, zunächst abgeschoben worden, hielt sich jetzt illegal in Deutschland auf. Die Polizei nahm die Person fest. Ein Fahrzeug war nicht korrekt versichert und die Beamten ertappten einen Schwarzarbeiter. 

Bis 21 Uhr kam es zu weiteren Kontrollen. Im gesamten Zeitraum wurden rund 90 Fahrzeuge und mehr als 100 Personen kontrolliert.