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Lärmschutz hat Priorität
Von Manfred Stockburger
Neckarsulm - Die Kunst ist – darin sind sich der Neckarsulmer Audi-Umweltbeauftragte Bernd Martin und die Anwohner des Werks sicherlich einig – ein neues Presswerk so zu planen und zu bauen, dass man es nicht hört. Stellt man sich vor, dass dabei tonnenschwere Werkzeuge mit gigantischer Kraft auf Blechplatinen donnern, ist das kaum vorstellbar. Aber der Umweltbeauftragte und die externen Lärmgutachter sind schon früh in die Planung einer solchen Fabrik involviert – und reden dabei ein lautes Wörtchen mit.
„Die Presse wurde nochmals verändert, als das Projekt schon angelaufen war, um sie leiser zu machen“, sagt Bernd Martin. Jetzt sei die Anlage, selbst wenn man in der Halle vor ihr steht, nur so laut wie „mittlerer Straßenverkehr“, sagt Bernd Martin stolz. Das komme aber auch den Mitarbeiten in der Halle zugute: „Der Mensch ist gegen Lärm sehr empfindlich. Und er wird derzeit mit Lärm sehr belastet“, weiß der Umweltbeauftragte.
Konstruktiv
Zu den „konstruktiven Maßnahmen“ des Lärmschutzes gehört auch, dass der Metallschrott, der in jeder Presserei anfällt, jetzt automatisch sortiert und zu Würfeln gepresst wird. Mit einem Greifarm werden diese in Eisenbahnwaggons gelegt. Bisher wurde der Metallschrott lose hineingeschüttet, was natürlich deutlich lauter war.Gigantische Federn sorgen überdies dafür, dass die Maschinen im Presswerk vom Boden entkoppelt sind. Damit erreichen die Ingenieure, dass die Erschütterungen nicht auf das Erdreich und in die benachbarten Wohngebiete übertragen werden. „Dort könnten sonst – vor allem in Altbauten – die Gläser im Schrank klirren“, sagt Bernd Martin.
Aber nicht nur beim Presswerk investiert das Unternehmen in den Lärmschutz. Ein weiteres aktuelles Beispiel ist das Parkhaus, das derzeit gegenüber der künftigen Stadtbahnhaltestelle entsteht: „Da haben wir vier Millionen Euro in den Lärmschutz gesteckt.“
14.10.2009
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