Kino
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Bereits vor drei Jahren hätten die Kinos unter dem Jaulen und Knurren aus der Kehle des wohl zotteligsten Monsters der Filmgeschichte erzittern sollen. Doch ein ums andere Mal musste der Start von "The Wolfman" verschoben werden. Programmkino-Star Benicio Del Toro ("21 Gramm", "Che") spielt darin den englischen Edelmann Lawrence Talbot. Nach drei Jahren als erfolgreicher Geschäftsmann kehrt er zum Anwesen seiner Familie zurück, um dort um seinen ermordeten Bruder zu trauern und seinen Vater (Anthony Hopkins) wiederzusehen. Der hatte ihn verstoßen, als eines Nachts aus ungeklärter Ursache die geliebte Mutter getötet wurde. Bald schon wird klar, dass die Probleme auch in der Gegenwart vorhanden sind. Irgendetwas treibt sein Unwesen in dem Dorf. Und natürlich: Auch Lawrence Talbot wird nicht verschont bleiben. Er wird des Nachts von der Bestie gebissen und degeneriert fortan bei Vollmond zum Werwolf. Es dauerte fast sieben Jahrzehnte, bis sich Universal Pictures erneut mit der angebrachten Ernsthaftigkeit seinem Klassiker "Der Wolfsmensch" von 1941 zuwandte. Die Geschichte ist nach unzähligen Adaptionen allerdings weder aktueller noch subtiler geworden. Unter der kreativen Leitung von "Hidalgo"- und "Jumanji"-Regisseur Joe Johnston gewinnt der aufgewärmte Klassiker allenfalls an Schockmomenten. Weitgehend uninspiriert folgt Johnston dem nur wenig aufgefrischten Drehbuch und verpasst seinen Darstellern, allen voran dem bisweilen unterforderten Benicio del Toro, ein Korsett, das für spannende Akzente keinerlei Raum lässt. Die Figuren bleiben blass, was angesichts der trüben (weniger düsteren) Stimmung des Films nicht dazu beiträgt, mit den mal ängstlichen, mal zornigen, aber immer verwirrten Charakteren mitzufiebern. Eine Ausnahme bildet Anthony Hopkins, dem es gelingt, seine zunächst nachdenkliche und geruhsame Vatergestalt in einen diabolischen und opportunistischen Lebemann mit Kalkül zu verwandeln. Er zögert keinen Moment, seine Familie der eigenen animalischen Gier zu opfern. Auch sein einzig verbleibender Sohn Lawrence bekommt dies zu spüren und wird selbst vom Jäger zum Gejagten. Alles in dieser Mär richtet sich nach dem Vollmondrhythmus: Im vierwöchigen Abstand wird mutiert und gebissen. Und der Zuschauer fragt sich, was eigentlich in der Zwischenzeit geschieht. Viel kann es nicht sein, denn der Prozess der Selbsterkenntnis verläuft ebenso zäh wie die Liebesgeschichte, die zwischen dem spröden Lawrence und dem Mauerblümchen Gwen (Emily Blunt) entsteht. Im Wesentlichen hangelt sich die Erzählung von einem morbiden Höhepunkt zum nächsten, die mit viel Blut und Innereien genüsslich ausgekostet werden. Alle bekannten Klischees werden bemüht: Im Dorf grummelt der wütende Mob. Es gibt die sadistischen Humanmediziner, die brutale Gehirnwäschemethoden anwenden sollen. Und einen unsympathischen Ermittler von Scotland Yard (Hugo Weaving), der keine Ahnung hat, was ihm auf dem Lande blüht. Dies alles ist schematisch und berechnend zusammengefügt. Ein Remake also, das dem Thema nichts Neues abgewinnen kann und das man sich hätte sparen können.
weiterführende Links: Mediafiles: Videofiles:
Regisseur Joe Johnston kennt sich aus im Genre: Er drehte unter anderem "Sleepy Hollow". 2009 Universal Studios
Was eine lange Nacht so alles anrichten kann, merkt Lawrence Talbot (Benicio Del Toro) am nächsten Morgen. 2009 Universal Studios
Benicio Del Toro spielt die Hauptrolle in "Wolfman" und mutiert nachts zum Werwolf. 2009 Universal Studios
Vier Stunden verbrachte Benicio Del Toro in der Maske, um zum Werwolf zu werden. 2009 Universal Studios
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| Programm | Woche: vom 11.03.2010 - 17.03.2010 | ||||||
| Kino | Do |
Fr |
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Mo |
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Mi |
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| Prestige | 23:00 | 23:00 | |||||
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