Kino
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Es wird düsterer, mysteriöser, verschwörerischer in der zweiten Kinorunde von Stieg Larssons überaus erfolgreicher "Millenium"-Trilogie (3,7 Millionen verkaufte Bücher allein in Deutschland): "Verdammnis" rückt die Computerhackerin Lisbeth Salander (Noomie Rapace) stärker in den Vordergrund und ihre Lebensgeschichte. Gewalt, Hass, Selbstzerstörung - die junge Frau wurde seit der frühen Kindheit von Dämonen verfolgt. Ganz besonders von einem gewalttätigen russischen Agenten, der übergelaufen war: Obwohl ihr Vater ein Frauenschläger war, wurde er von einflussreichen Kreisen geduldet und protegiert. Zum Wohle des schwedischen Volkes. Das wusste davon allerdings genauso wenig wie die Regierung. Doch Recherchen des engagierten Journalisten Mikael Blomkvist (Michael Nyquist) wirken wie ein Stich ins Wespennest - die aufgescheuchten Tiere stechen auf alles und jeden ein, der ihnen zu nahe kommt. Blomkvist arbeitet nach den turbulenten Monaten, die im ersten "Millenium"-Teil "Verblendung" (2009, mehr als 600.000 Kinozuschauer) geschildert wurden, wieder als Chefredakteur. Zusammen mit einem jungen Kollegen recherchiert er in einem Fall von Menschenhandel und Zwangsprostitution und entdeckt in einem von Regisseur Daniel Alfredson - er löste Niels Arden Oplev ab - konventionell inszenierten, aber spannenden und tiefgründigen Thriller mit schwermütiger skandinavischer Note eine Verschwörung, die bis in die Regierung reicht. Dort wird nicht lange gefackelt. Erst stirbt Blomkvists idealistischer Kollege, dann ein Mann, den Lisbeth gut kannte: ihr ehemaliger Vormund und Vergewaltiger. Die junge Frau, die in "Verblendung" zusammen mit Blomkvist ein paar tiefe Abgründe in der schwedischen Gesellschaft entdeckte, steht umgehend unter Mordverdacht. Aber nicht nur Polizei und Medien jagen sie, sondern auch eine Geheimorganisation, die einen ganz speziellen Killer auf sie ansetzt: Lisbeths Vater. Während Blomkvist fieberhaft daran arbeitet, Lisbeths Unschuld zu beweisen, läuft das Mädchen direkt in seine Vergangenheit: und die ist erschreckend, ein von Willkür und Machtmissbrauch geprägtes Martyrium, das auch heute noch Verderben bedeutet. Die fantastische Noomie Rapace überzeugt wieder als Lisbeth und gibt eine beeindruckende Vorstellung als gehetzte Verletzte, wild entschlossen, sich übermächtigen Gegnern entgegen zu werfen, um Gerechtigkeit zu erfahren. Verschwörungstheorien üben immer eine gewisse Faszination aus - bei Stieg Larsson, der 2004 nach der Fertigstellung der ersten drei von geplanten zehn Krimis an einem Herzinfarkt starb, ist das nicht anders. Der Journalist galt als Experte für anti-demokratische Organisationen - in "Verdammnis" spielen deren Strukturen, Ziele und Methoden eine zentrale Rolle. Wo aber genau die Trennung zwischen faktischen Hintergründen und reiner Fiktion liegt, ist nicht zu erkennen. Dafür wirkt Larssons Konstrukt zu sehr wie der Traum eines großen von der Gesellschaft absichtlich missverstandenen Jungen. Spannend ist das allemal und unterhaltsam sowieso. Nur allzu ernst sollte man "Verdammnis" dann trotz seiner expliziten - im Vergleich zum Buch allerdings stark zurückgenommenen - Gewaltdarstellung nicht nehmen. Zumal der Film, der zwar mit vielen Rückblenden einige Brücken ins Jetzt baut, darunter leidet, dass Lisbeths Geschichte mit ihrem blutigen Showdown noch nicht zu Ende ist. Vieles bleibt offen und angedeutet - die Auflösung folgt erst im Abschluss der Trilogie: "Vergebung" startet am 3. Juni.
weiterführende Links: Mediafiles: Videofiles:
"Verdammnis" ist der zweite Teil der "Millenium"-Trilogie von Stieg Larson - wie der Vorgänger "Verblendung" als klassischer, kühler Skandinavien-Thriller verfilmt. Yellow Bird Pictures
Der Journalist Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist) will die Unschuld seiner Bekannten Lisbeth beweisen. Yellow Bird Pictures / Knut Koivisto
Opfer einer Verschwörung: Lisbeth Salander (Noomi Rapace) gerät unter Mordverdacht. Yellow Bird Pictures / Knut Koivisto
Lisbeth (Noomie Rapace) versucht alles, um die Männer zu überführen, die ihr einen Mord angehängt haben. Yellow Bird Pictures / Knut Koivisto
Wild und explosiv: In "Verdammnis" lässt Regisseur Daniel Alfredson effektreich Scheunen in Flammen aufgehen. Yellow Bird Pictures
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| Programm | Woche: vom 18.03.2010 - 24.03.2010 | ||||||
| Kino | Do |
Fr |
Sa |
So |
Mo |
Di |
Mi |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Capitol-Filmtheater | 20:00 | 20:00 | 20:00 | 20:00 | 20:00 | 20:00 | |
| Luna | 22:00 | 22:00 | 21:00 | 21:00 | |||
| Gloria Filmtheater | 20:00 | 17:00 22:45 | 20:00 | 20:00 | |||
| Traumpalast | 23:15 | 23:15 | |||||
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