Kino
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Vielleicht kann man es so sehen: In "Auf der anderen Seite des Bettes" rückt Sophie Marceau die Dinge gerade, die sich in "LOL" (2008) nicht ganz im Gleichgewicht befanden. Denn so charmant die Komödie um eine Mutter-Tochter-Beziehung im 2.0-Zeitalter auch gewesen sein mag: Sie fand quasi unter Laborbedingungen statt, spielte im sorgenfreien Besserverdienenden-Milieu und wirkte zumindest optisch entsprechend aufpoliert. An der Seite von Dany Boon, spätestens seit "Willkommen bei den Sch'tis" so etwas wie ein französischer Volksheld, zeigt sie jetzt, dass sie auch anders kann. Natürlich ist's kein Dogma-Film, und natürlich kommt auch hier der Mainstream auf seine Kosten. Aber alles in allem präsentieren sich Setting wie Protagonistenteam in Pascale Pouzadouxs Komödie hübsch neben der Spur.
Sophie Marceau und Dany Boon spielen die Hauptrollen in der Komödie "Auf der anderen Seite des Bettes", die nun in den deutschen Kinos startet. Movienet Film
Die Geschichte, die "Auf der anderen Seite des Bettes" erzählt, ist eine alte: Ariane Marciac (Sophie Marceau) und ihr Hugo (Dany Boon) führen eine Ehe, in der die Rollenverteilung klar definiert sind.Er schafft als Abteilungsleiter in einer Baumaschinenfirma die Kohle ran und sieht es deshalb als gottgegebenes Recht, in seiner kargen Freizeit nicht mit unnötigen Kamellen aus dem Familienalltag behelligt zu werden. Sie ist Hausfrau, Mutter und so ganz nebenbei noch Quasi-Verantwortliche für den Umbau des Familiendomizils. Und weil Handwerker in Frankreich keine große Zuverlässigkeit besitzen, gerät der zum Albtraum. Eine Tatsache, der Hugo nicht die angemessene Beachtung schenkt, sodass Ariane einen aberwitzigen Vorschlag macht: Rollentausch, mit allem, was dazugehört. Es zeigt sich rasch, dass Ariane und Hugo die Aufgaben des jeweils anderen ein Stück zu gering schätzen. Arianes Nebenjob, so eine Art Schmuckverkauf mit Hausbesuch, ist für Hugo anfangs unstemmbar. Führungsarbeit, vor allem die von Männern, überfordert Ariane. Dann passiert zweierlei: Einmal lernen beide, wie sie mit ihren eigenen Kompetenzen auf dem Gebiet des anderen punkten. Vor allem aber entfremden sie sich so sehr, dass aus der emotionalen Schieflage handfester Affärenkram entsteht, der die Ehe akut gefährdet. Selbstverständlich funktionieren die Witze in "Auf der anderen Seite des Bettes" in erster Linie über die bekannten Rollenklischees. Gut ablesbar ist das an den Autos der beiden Hauptprotagonisten. Ihres ist klein, rosa und bestimmt unheimlich praktisch. Seines die typische, latent protzige Limousine einer Führungskraft, die noch kein Anrecht auf das Spitzenmodell hat. Dass Pouzadoux hier manchmal daneben langt, Hugos zu bewältigende Wäscheberge etwas zu groß und gerade die zweite Hälfte des Drehbuchs etwas zu pathetisch anlegt, geht in Ordnung, weil die Protagonisten es wieder rausholen: Gerade Dany Boon geht in der Rolle des Hausmännchens wider Willen bemerkenswert überzeugend auf und flickt die manchmal etwas löchrigen Dialoge mit seiner so typischen Mimik. Zum Star des Filmes avanciert aber ein anderer: Antoine Duléry spielt Maurice, eigentlich Gerichtsvollzieher, bald aber gewissermaßen der Manager des Rollentauschs und später Fast-Mitglied der Familie. Ein guter, hinreichend verschrobener Typ, der für einige schöne Dreher in der Handlung sorgt und so "Auf der anderen Seite des Bettes" von der Gefahr allzu großer Lustspielhaftigkeit befreit.
Mediafiles: Videofiles: weiterführende Links:
Ariane Marciac (Sophie Marceau) und Hugo (Dany Boon) führen eine Ehe mit klar definierter Rollenverteilung. Movienet Film
Ariane Marciac (Sophie Marceau) beschließt, dass die Dinge sich ändern müssen und übernimmt den Job Hugos (Dany Boon). Movienet Film
"Uns wäre es lieber, ihr ließet euch scheiden." Bei den Kindern von Ariane Marciac (Sophie Marceau) und Hugo (Dany Boon) stößt der Rollentausch nicht auf Begeisterung. Movienet Film
Haare, Haare: Hugo (Dany Boon) versucht, angesichts seiner neuen Haushaltspflichten ruhig zu bleiben. Movienet Film
Hugo (Dany Boon) hat von seiner Ariane (Sophie Marceau) einen ordentlichen Fausthieb versetzt bekommen. Movienet Film
Die Beziehung von Ariane (Sophie Marceau) und Hugo (Dany Boon) ist nach einer Weile Rollentausch ebenso lädiert wie das gemeinsame Haus. Movienet Film
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