Kino
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Fernseher mit flinken Beinen, Flugratten, Raketenautos: Nicht alle Erfindungen haben das Potenzial, die Welt zu revolutionieren. Übermut tut selten gut, fehlende Anerkennung jedoch umso mehr. Beides hat das Selbstwertgefühl des ebenso spleenigen wie schlaksigen Erfinders Flint dermaßen zugerichtet, dass er es kaum noch wagt, sich aus seiner raumschiffartigen High-Tech-Klause herauszuwagen. Als kleiner Junge hatte ihm seine Mutter einen Floh ins Ohr gesetzt: Er werde einmal Großes leisten. Im Jünglingsalter bastelt der Unverbesserliche an seinem größten Coup mit beinahe schon biblischen Ausmaßen - einer Maschine, die aus Luftfeuchtigkeit jedes nur erdenkliche Speisegericht zaubern kann. Das Unmögliche gelingt: Vom Himmel regnet es saftige Hamburger - und er findet seine große Liebe.
Die Wettervorhersage in "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen" kennt nichts, was man nicht vertilgen kann. 2009 Sony Pictures Releasing GmbH
Was klingt wie ein Stoff, aus dem Kinderbücher geschrieben werden, ist auch einer: "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen" ist ein wenn auch nicht besonders bekanntes Bilderbuch aus dem Jahre 1982. Die Idee für das ulkige Szenario, bei dem allerlei Leckereien aus den Wolken direkt auf den Teller prasseln, hatte das Ehepaar Judi und Ron Barrett - sie Autorin, er Illustrator, die in der Folgezeit auch mit einigen weiteren lustigen Bucheinfällen ("Tiere, die keine Kleidung tragen sollten", "Gurken nach Pittsburgh") die kindliche Fantasie anregten.Sony Pictures Animation, einer der erbittertsten Konkurrenten Disneys in Sachen Trickfilme ("Jagdfieber", "Könige der Wellen"), griff die eigentümliche Idee auf und beauftragte die beiden bisher nicht sonderlich auffällig gewordenen Autoren/Regisseure Phil Lord und Chris Miller mit der Auskleidung der rudimentären Bildergeschichte. Letzterer zeichnete bereits für den dritten "Shrek"-Film verantwortlich und adaptiert gerade die TV-Serie "21 Jump Street" fürs Kino. Herausgekommen ist eine flotte, knallbunte und zuteilen rotzfreche Mise-en-Scène über Außenseitertum und die Frage, wie weit man gehen darf, um sich das Ansehen seiner Mitmenschen zu erkaufen. Als der gute Flint vom Erfolg über Nacht gesegnet wird, findet er in der schusseligen Reporterin Sam vom Lokalfernsehsender seine große Liebe. Doch auch sie kann ihm nicht Einhalt gebieten, als die Erfindung droht, sich von ihrem Meister loszusagen. Zu groß ist die Versuchung, den immer mopsiger werdenden Bürgermeister in vorauseilendem Gehorsam den wässrigen Mund mit Köstlichkeiten zu umschmeicheln. Kein Wunder, dass die Klimakatastrophe im Film auf schmackhafte Weise veräppelt wird: Berauscht von dem Gefühl, endlich die Anerkennung zu bekommen, die ihm immer verwehrt wurde, zaubert der kreative Flint so gut wie alles aus dem Himmel, was die Speisekarte der Träume bereithält. Als kulinarischen Hotshot eröffnet er sogar ein Restaurant namens "Roofless" - ohne Dach. Speck, Eier und Pfannkuchen zum Frühstück, Filet-Steaks, Spaghetti Bolognese, Sellerie, Eiscreme und ein Spielparadies aus Götterspeise. Doch merkt der von Ehrgeiz und Ruhmsucht verblendete Erfinder nicht, dass seine Schöpfung außer Kontrolle gerät: Die Lebensmittel werden immer größer, gigantischer, grässlicher. Schuld sind Mutationen, die zwangsläufig entstehen müssen, wenn der Wundertransformator überbeansprucht wird. Wie korrumpierend sich der Wunsch, beliebt zu sein, auf Psyche und Verhalten eines im Grunde liebenswerten Genius auswirken und ihn zu Größenwahn und Verantwortungslosigkeit anstacheln kann, zeigt das Fleischbällchen-Abenteuer in heiterer Videoclip-Manier. Jedoch ohne moralinsauer zu wirken oder auch nur die ehrenvolle Tradition der tugendhaften Familienbildung aus dem Hause Disney durch den Kakao zu ziehen. Nichtsdestotrotz folgt auch der Aufstieg Flint Lockwoods von der verhassten Witzfigur zum Vorzeigestar der Gemeinde einem längst ausgetretenen Pfad der Erkenntnis. Die Mutter früh verstorben, der Vater ein einfacher, genügsamer Fischermann mit buschigen Augenbrauen und Schnauzbart, der mit seinen bodenständigen Weisheiten keinen Zugang zur Seele seines umtriebigen Zöglings bekommt - geschweige denn zu seinem Computer. Doch bis Papa und Sohnemann zueinanderfinden, muss die Welt erst an den Rand des Abgrunds gedrängt werden. Dass New York, London und Paris nicht von riesigen Hackbällchen, Cocktailkirchen und Maiskolben in Grund und Boden gestampft werden, kann schließlich durch ein beherztes Eingreifen der Vernunft abgewendet werden. Und wenn hier Referenzen an "Star Wars" und "Independence Day" mit Pizzastücken als feindliche Flugobjekte bemüht werden, dann trägt das zum etwas wirren, aber ebenso leichtfüßigen und unterhaltsamen Patchwork-Charakter des Trickfilms bei.
Mediafiles: Videofiles: weiterführende Links:
Erfinder Flint Lockwood und die Journalistin Sam trauen ihren Augen nicht: Es regnet Hamburger! 2009 Sony Pictures Releasing GmbH
Die Begeisterung ist groß: Die Bewohner feiern Flint und seine Erfindung. 2009 Sony Pictures Releasing GmbH
Flint Lockwood erzählt der bezaubernden Journalistin Sam von seiner neuen Erfindung. 2009 Sony Pictures Releasing GmbH
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| Programm | Woche: vom 11.03.2010 - 17.03.2010 | ||||||
| Kino | Do |
Fr |
Sa |
So |
Mo |
Di |
Mi |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Casablanca 1+2 | 15:00 | 15:00 | 15:00 | 15:00 | |||
| Cinecity | 15:00 | 15:00 | |||||
| Capitol-Filmtheater | 17:30 | 17:30 | |||||
| Prestige | 13:30 | ||||||
| Central-Theater | 12:30 | 12:30 | |||||
| CinemaxX Heilbronn | 14:40 | 14:40 | 12:30 14:40 | 12:30 14:40 |
14:40 | 14:40 | 14:40 |
| Traumpalast | 16:45 | 14:30 | 14:30 | 14:30 | 16:45 | 16:45 | 16:45 |
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