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    Stille Rückkehr der DFB-Elf - Fans enttäuscht

    Von Julia Kilian, dpa

    Zurück in Deutschland sorgte die Fußball-Nationalmannschaft bei den Fans doch noch einmal für eine Enttäuschung. Rund 1000 Menschen warteten am Frankfurter Terminal vergeblich darauf, einen Blick auf das WM-Team zu erhaschen.

    Abschalten
    Bastian Schweinsteiger (l) will mit seiner Freundin Sarah Brandner schnell weg. 

    Auch einen offiziellen Empfang für die WM-Bronzemedaillen-Gewinner wird es nicht geben - nach der Landung ging es für die Spieler gleich in die Ferien. Als der Super-Airbus vor dem Hintergrund der aufgehenden Sonne auf der Landebahn aufsetzt, warten Kamera-Teams, Fotografen und Journalisten auf dem Rollfeld. Langsam fährt die gewaltige Maschine, die rund 500 Gäste an Bord hatte, an das Terminal. Der Pilot hält eine Deutschland-Flagge aus dem Cockpit-Fenster. Doch Motive gibt es kaum: Die DFB-Elf verschwindet über eine Passagier-Brücke direkt in den Sicherheitsbereich des Flughafens. Auch zahlreiche Mitarbeiter, die sich eine kurze Pause gönnen und auf das Flaggschiff der Lufthansa warten, werden enttäuscht.

    «Das ist schon schade», sagt ein Mitarbeiter im Blaumann. Mit seiner Kehrmaschine hatte er vor Landung der Riesenmaschine «extra die Position gereinigt». In den Händen hält er eine kleine Digitalkamera, um ein Bild von dem Doppeldecker-Airbus samt der Spieler zu knipsen. Seine Hoffnung ist vergebens. Er habe jedes Deutschland-Match gesehen, stöhnt er. Dass die Jungs jetzt eine öffentliche Feier ablehnten, verstehe er nicht. «Sie spielen in der Mannschaft nicht für sich, sondern für Deutschland.»

    Anstelle eines großen Empfangs begrüßt lediglich Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) die DFB-Elf. Mit knappen Antworten flüchten sich viele Spieler vor den wartenden Reportern. «Erstmal Urlaub», sagt Bastian Schweinsteiger, «den Kopf frei machen für neue Ziele.» Er freue sich darauf, Zeit zu haben für Freunde und Familie. Der Mittelfeld-Spieler denkt auch an seine Fans: «Wir haben natürlich viel Unterstützung bekommen und sind sehr dankbar.»

    Kapitän Philipp Lahm antwortet nach rund zehn Stunden Flug sichtlich müde. Ob er sich freue, wieder hier zu sein? «Ja», sagt der Mannschafts-Chef knapp. Auch Manager Oliver Bierhoff scheint nach dem Flug geplättet: «Wir sind einfach froh, wieder hier zu sein. Wieder deutschen Boden unter den Füßen zu haben.»

    Eigens angereist ist auch die Band «Uwu Lena», deren Fußballhymne «Schland o Schland» zum WM-Hit wurde. Die acht Musiker aus Münster stehen seit 5.00 Uhr mit Gitarre und Trommel auf dem Flughafen-Gelände. «Dafür, dass es so eine junge Mannschaft ist, hat sie spritzigen Fußball gespielt», sagt Band-Mitglied Sören Glück voller Lob. Das Team «wird in vier Jahren noch besser sein, dann wird es auf jeden Fall was mit dem Titel.» Mit zur Begrüßung darf die Musiker- Truppe aber nicht. Dies sei vom DFB nicht gewünscht gewesen, sagt eine Lufthansa-Sprecherin.

    Nach kaum zehn Minuten im Airport verlassen die Fußballer den kurzen Empfang. Busse bringen die Spieler samt ihren Lieben zu ihren Anschlussflügen. «Das war der ausdrückliche Wunsch der Spieler, dass sie so schnell wie möglich in ihre Heimatorte und in den Urlaub kommen», sagt Klaus Koltzenburg vom Deutschen Fußball Bund (DFB).

    12.07.2010


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