Fußball-EM in Polen und der Ukraine
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Löw bleibt Bundestrainer - Auch Bierhoff bis 2012
Frankfurt - Die Hängepartie ist vorüber, die Kontinuität bei der Fußball-Nationalmannschaft gesichert: Bundestrainer Joachim Löw hat seinen Vertrag mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) bis 2012 verlängert. Auch Teammanager Oliver Bierhoff, Löws Assistent Hansi Flick sowie Torwarttrainer Andreas Köpke werden sich zumindest bis zur EM 2012 in Polen und der Ukraine um die DFB-Auswahl kümmern. Alle unterschrieben ihre Verträge am Dienstag kurz vor der offiziellen Pressekonferenz in der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main.
„Wir freuen uns sehr auf die weitere Zusammenarbeit mit dem DFB und der Mannschaft“, sagte Löw und ergänzte: „Wir haben bei der WM sehr, sehr viel Spaß gehabt und freuen uns auf die weiteren Aufgaben. Wir haben hervorragende sportliche Perspektiven, und es ist für uns eine große Herausforderung, nach der erfolgreichen WM in Südafrika nun die Vorbereitungen für die EM in Angriff nehmen zu können.“Mit der Entscheidung haben DFB und Löw die Erwartungen der Öffentlichkeit und der Spitzenfunktionäre des deutschen Sports erfüllt.
DFB-Präsident Theo Zwanziger hatte zuletzt betont, dass eine Einigung noch vor der DFB-Präsidiumssitzung am 30. Juli herbeigeführt werden sollte. Exakt einen Monat nach dem Ende der Weltmeisterschaft in Südafrika wird Löw nun am 11. August beim ersten Länderspiel der neuen Saison in Kopenhagen gegen Dänemark auf die Trainerbank des WM-Dritten Deutschland zurückkehren. „Das ist eine sehr erfreuliche Nachricht. Ich freue mich sehr auf die weitere Zusammenarbeit“, sagte Zwanziger.
Erfolgreichster Bundestrainer
Löw hatte das Amt des Bundestrainers nach der WM 2006, bei der er Assistent von Jürgen Klinsmann war, übernommen. Bei der EM 2008 führte er Deutschland ins Finale, das wie 2010 das WM-Halbfinale 0:1 gegen Spanien verloren ging. Löw ist vom Punkte Durchschnitt (2,23) der bisher erfolgreichste Bundestrainer; in 46 Länderspielen unter ihm gab es 39 Siege, 8 Unentschieden und nur 9 Niederlagen.
In der vergangenen Woche hatte sich Löw erstmals nach der WM mit Bierhoff, Flick und Köpke in seinem Wohnort Freiburg getroffen. Eine schnelle Einigung hatte Löw nach dem Treffen noch ausgeschlossen. In den Gesprächen erörterten Löw und sein Team ihre Strategie - sie einigten sich auf eine gemeinsame Linie, bevor es zum Gespräch mit Zwanziger und DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach kam. Niersbach hatte schon vor dem Treffen erklärt, dass es ein „gutes Verhältnis“ zwischen Löw und dem DFB gebe. Der Erfolg bei der WM hatte die Position des Bundestrainers erheblich gestärkt.
Das galt auch ein wenig für Teammanager Oliver Bierhoff, der ebenfalls weitermachen wird. Löw hatte seine Entscheidung auch von Bierhoffs Zukunft abhängig gemacht. „Wir haben gemeinsam wichtige Fortschritte erzielt, beachtliche Erfolge erreicht und viel für das Image des deutschen Fußballs getan“, sagte Bierhoff: „Durch unsere Vertragsverlängerung ist für die beiden nächsten Jahre eine Fortsetzung unseres Kurses und damit Kontinuität garantiert. Die Auseinandersetzungen der vergangenen Monate sind für alle vergessen, wir gehen unbelastet in die nächste Etappe unserer Zusammenarbeit.“
Vertragsverhandlungen geplatzt
Im Februar waren die Vertragsverhandlungen zwischen Löw und dem DFB überraschend geplatzt und auf die Zeit nach der WM vertagt worden. Das Verhältnis zwischen dem Bundestrainer und Zwanziger war damals deutlich abgekühlt, nachdem vertrauliche Details aus den Gesprächen an die Öffentlichkeit gelangt waren.
Trotz dieser Querelen hatte sich zuletzt vor allem Franz Beckenbauer für einen Verbleib Löws stark gemacht. „Deutschland hat in Südafrika den besten Fußball gespielt und wäre verdient Weltmeister geworden. Vielleicht klappt es in vier Jahren, die Mannschaft hat das Zeug dazu“, sagte der Fußball-Kaiser. Beckenbauer betonte zum wiederholten Male, dass es keine Alternative zu Löw gebe und der DFB alles versuchen müsse, den Erfolgstrainer und dessen Mitarbeiterstab zu halten.
Dieser Vorgabe sind Löw und der DFB gefolgt. Allerdings könnte die Vertragsverlängerung einer der letzten wichtigen Amtshandlungen in der Ära Zwanziger gewesen sein. Zermürbt von der Kritik der vergangenen Monate hatte der DFB-Präsident zuletzt mit Rücktritt gedroht.
Länderspiel-Termine
Die Länderspiel-Saison 2010/11 beginnt für Joachim Löw und die deutsche Nationalmannschaft bereits in drei Wochen mit einem Freundschaftsspiel in Kopenhagen. Insgesamt stehen in der kommenden Spielzeit elf Länderspiele auf dem Programm des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), davon sieben in der Qualifikation für die Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine.
- 11.08.2010 Dänemark - Deutschland in Kopenhagen (Test)
- 03.09.2010 Belgien - Deutschland in Brüssel (EM-Quali)
- 07.09.2010 Deutschland - Aserbaidschan in Köln (EM-Quali)
- 08.10.2010 Deutschland - Türkei in Berlin (EM-Quali)
- 12.10.2010 Kasachstan - Deutschland in Astana (EM-Quali)
- 17.11.2010 Schweden - Deutschland in Göteborg
- 09.02.2011 Deutschland - Italien in Dortmund (Test)
- 26.03.2011 Deutschland - Kasachstan in Kaiserslautern (EM-Quali)
- 29.03.2011 Gegner noch offen in Mönchengladbach (Test)
- 03.06.2011 Österreich - Deutschland (EM-Quali - Ort offen)
- 07.06.2011 Aserbaidschan - Deutschland (EM-Quali - Ort offen)
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