- Artikel
- 0 Kommentare
- Versenden
EZB lässt Zinsen unverändert
Frankfurt/Main (dpa) - Die Europäische Zentralbank will die Leitzinsen im Euro-Raum später als erwartet erhöhen.
Ihr Präsident Jean-Claude Trichet widersprach in Frankfurt überraschend deutlich der Ansicht an den Finanzmärkten, dass eine erneute Anhebung bereits im Mai anstehe.Dies entspreche «nicht der Meinung des EZB-Rats.» Stattdessen deutete Trichet an, dass im Juni neue Daten über die anhaltende Konjunkturerholung in der Euro-Zone vorliegen würden, die eine Zinserhöhung nahelegten. Am Donnerstag hielt die EZB den wichtigsten Leitzins konstant bei 2,5 Prozent. Seit Dezember wurde er zwei Mal um 0,25 Prozentpunkte angehoben, zuletzt im März.
Volkswirte hatten bisher vermutet, dass der EZB-Rat nur bei Treffen an seinem Sitz in Frankfurt die Zinsen ändert. Im Juni tagt das Gremium in Madrid. Trichet widersprach dieser Einschätzung und verteidigte den EZB-Kurs, die Erwartungen an den Finanzmärkte nicht schon früher korrigiert zu haben: «Wir geben Botschaften, aber wir kommentieren keine Gerüchte.» Die Märkte hätten den Einfluss der außergewöhnlich guten Wirtschaftsdaten vor allem aus Deutschland überschätzt. Die EZB setze auf einen stetigen Trend und lasse sich von kurzfristigen Ausschlägen nicht beeindrucken, meinte Trichet.
Demnach würde die EZB an dem Tempo einer vierteljährlichen Zinserhöhung festhalten. «Wir befinden uns in einem Prozess der Normalisierung. Wir halten uns dabei an die Geschwindigkeit, die das Wachstumspotenzial nach unserem besten Wissen widerspiegelt.» Trichet nannte keine Zielmarke für weitere Zinserhöhungen, sondern berief sich auf die Aufgabe der Notenbank, die Inflation mittelfristig einzudämmen. Die Preissteigerung in der Euro-Zone soll demnach bei knapp unter zwei Prozent liegen, im März hatte sie 2,2 Prozent betragen. Die meisten Volkswirte erwarten einen Anstieg des Leitzinses auf 3,0 Prozent bis zum Jahresende.
Die beiden größten Gefahren für das Wachstum in Europa seien einerseits die Entwicklung des Ölpreises und andererseits die globalen Ungleichgewichte. Damit meint Trichet vor allem das hohe Leistungsbilanzdefizit der USA. Am Donnerstag kritisierte er abermals und diesmal in schärferer Form die geringe Sparquote der Amerikaner. Ohne eine Trendumkehr würden die vom US-Defizit ausgehenden Gefahren für die Weltwirtschaft weiter zunehmen. Mit Blick auf die Proteste gegen Arbeitsmarktreformen in Frankreich sagte Trichet, dass erst eine Lockerung der starren Regelungen auf den Arbeitsmärkten zu einer Beseitigung der Massenarbeitslosigkeit führen könne.
Aktienindizes
Wirtschaft Südwesten
Wirtschaft Heilbronn
Wirtschaft Hohenlohe
Wirtschaft Kraichgau
2551 mal gelesen
Zirkus Probst in Heilbronn: Start mit Hindernissen
1523 mal gelesen
Schüler schießt auf Schulgelände - keine Verletzten
1123 mal gelesen
Biber hat sich nach Heilbronn verirrt
1051 mal gelesen
Lasotta fordert Verbot des Salafisten-Vereins
957 mal gelesen
Berlin (dpa) 45 Kommentare
Sarrazin verteidigt Anti-Euro-Buch
Heilbronn 12 Kommentare
Heilbronner OB verärgert über Minister Hermann
11 Kommentare
Kontrollen in der Heilbronner Fahrradstraße
8 Kommentare
VdK mahnt Ärzte zu Gesprächsbereitschaft
Chicago (dpa) 5 Kommentare
Archivsuche
- Hauptnavigation Freizeit
- Themen Anzeigen
- Links
- Service



