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Nach Kritik: Deutsche Bank begräbt «Todeswette»
Mit einer Wette auf den Tod von US-Bürgern wollten Deutsche-Bank-Kunden Kasse machen. Nach öffentlicher Kritik zieht die Bank die Reißleine: Fondsanleger können aus der «Todeswette» aussteigen.
Nach öffentlicher Kritik an einem ethisch zweifelhaften Fonds begräbt die Deutsche Bank ihre umstrittene «Todeswette». Der Konzern bietet Anlegern den vorzeitigen Ausstieg aus dem geschlossenen Fonds «db Kompass Life 3» an, der noch eine Laufzeit bis Ende März 2015 hat.
Das Produkt ist eine Art Wette auf die Restlebensdauer von etwa 500 Menschen: Sterben die sogenannten Referenzpersonen früher als erwartet, erhöht sich die Rendite für die Investoren.
«Die Anleger werden in Kürze ein schriftliches Rückkaufangebot erhalten. Damit können sie ihr investiertes Kapital unter Abzug zwischenzeitlich erhaltener Zahlungen zurück erhalten», teilte die Deutsche Bank am Mittwoch in Frankfurt mit. Damit reagiere die Bank auf die «öffentliche Diskussion um die Berechtigung des Produkts».
Der «Spiegel» hatte Anfang Februar über Kritik des Bankenverbandes an der «Todeswette» berichtet. «Dies ist mit unserer Wertordnung, insbesondere der in ihrem Mittelpunkt stehenden Unantastbarkeit der menschlichen Würde, kaum in Einklang zu bringen», zitierte das Magazin die Ombudsstelle des Bankenverbands.
Der Fonds wurde nach Angaben der Bank 2007 aufgelegt. Etwa 10 000 Anleger, hauptsächlich aus Deutschland, investierten rund 200 Millionen Euro. Die Referenzgruppe bestehe aus US-Bürgern, die sich freiwillig gemeldet und dafür eine Entschädigung erhalten hätten.
Anders als bei den beiden Vorgängerprodukten handelt es sich bei «Kompass Life 3» um ein rein synthetisches Produkt. Der Fonds habe «keinen Bezug zu realen Lebensversicherungspolicen», erklärte die Bank.
Der Ende Mai ausscheidende Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hatte Anfang Februar verkündet, er wolle seinen Nachfolgern Anshu Jain und Jürgen Fitschen ein besenreines Haus übergeben. In diversen Rechtsstreitigkeiten, angeblich auch im Fall Kirch, bemüht sich die Bank Medienberichten zufolge derzeit um Vergleiche.
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