Politbarometer: Schulz überholt Merkel in Sachen Beliebtheit

Umfrage  Der Höhenflug der SPD hält in der neuen Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen an. Seit die Partei Martin Schulz als ihren Kanzlerkandidaten vorgestellt hat, schießen die Umfragewerte der Sozialdemokraten in lange nicht mehr dagewesene Höhen.

Von Bianca Zäuner

Der viel beschworene „Schulz-Effekt“ – er hält an. In der neusten Umfrage der Forschungsgruppe-Wahlen für die ZDF-Sendung „Politbarometer“, die unserer Zeitung vorab vorliegt, überholt der ehemalige EU-Parlamentspräsident jetzt erstmals seine CDU-Konkurrentin Angela Merkel. Knapp die Hälfte der Umfrageteilnehmer wünscht sich den ehemaligen Bürgermeister von Würselen als nächsten Kanzler, nur 38 Prozent bevorzugen die Amtsinhaberin.

Beim Eigenschaftsvergleich hat  Schulz bei der Sympathie und Merkel beim Sachverstand die Nase vorn. In Sachen Glaubwürdigkeit  liegen sie in der Gunst der Umfrageteilnehmer gleichauf. Im Ranking der beliebtesten Politiker erklimmt Schulz ebenfalls den Spitzenplatz und nimmt damit den Platz von Frank-Walter Steinmeier ein, der seit seiner Wahl zum Bundespräsidenten nicht mehr aufgeführt wird.

Auch was die politische Stimmung angeht, ziehen die Sozial- an den Christdemokraten vorbei. Während die Union nur noch auf 32 Prozent kommt und damit um acht Prozentpunkte abfällt, gewinnt die SPD ganze 13 Prozentpunkte hinzu und kommt nun auf 42 Prozent. Ihren Wert von Mitte Januar konnte die Partei damit verdoppeln.

Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre - hier spielen anders als bei der politischen Stimmung auch längerfristige Faktoren eine Rolle - , bliebe die CDU zwar stärkste Partei, die SPD läge aber nur vier Prozentpunkte hinter ihr. Im Vergleich zur jüngsten Umfrage ein Zuwachs um sechs Prozentpunkte – so viel, wie noch nie zuvor im „Politbarometer“. Dieser Zuwachs geht in erster Linie auf Kosten der Union (minus zwei Prozentpunkte) sowie der Linken, die drei Prozentpunkte schlechter abschneidet.

Trotz der deutlich verbesserten Werte: Für Rot-Rot-Grün würde es nach dieser Projektion noch immer nicht reichen, dafür sind sowohl Linke als auch Grüne zu schwach. Es käme rein rechnerisch lediglich eine große Koalition sowie eine sogenannte Jamaika-Koalition aus Union, Grünen und FDP in Frage.