Neue Regeln für Drohnen-Flieger

Berlin  Bundesverkehrsminister Dobrindt hat eine neue Drohnen-Verordnung herausgebracht. Einige Punkte daraus könnten sich aber in der Praxis als schwierig erweisen.

Von Janis Dietz

Rund 400.000 Drohnen gibt es mittlerweile in Deutschland, die meisten davon sind mit Kameras ausgestattet. Längst sind die Flugobjekte auch in Privathaushalten angekommen. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sieht darin eine Gefahr für die Sicherheit des Luftraums und der Privatsphäre. Wie viele Unfälle oder Zwischenfälle mit Drohnen es genau gab, weiß das Verkehrsministerium nicht - die Zahlen werden aktuell nicht erhoben. Die Tendenz sei aber ansteigend, so ein Ministeriumssprecher.

Eine neue Verordnung soll nun Klarheit für Drohnen-Piloten bringen, doch viele Details sind weiter unklar. Die wichtigsten Änderungen und ein kurzer Check, ob sie sinnvoll sind oder nicht.

 

Eine Drohne muss gekennzeichnet sein, wenn...

...sie mehr als 250 Gramm wiegt. Damit soll bei Zwischenfällen leichter der Drohnen-Besitzer ausfindig gemacht werden.

Definitiv sinnvoll: Wer mit seiner Drohne einen Unfall baut, muss dafür gerade stehen. Eine Kennzeichnung hilft dabei, den Besitzer schnell zu finden.

 

KINA - Ein Führerschein für die Drohne
Wer größere Drohnen fliegen möchte, muss künftig beweisen, dass er das Gerät auch sicher steuern kann.  Foto: Foto: dpa

Eine Drohnen-Pilot muss eine Kenntnisnachweis erbringen,  wenn...

... die Drohne mehr als 2 Kilogramm wiegt. Der Nachweis kann nach einer Schulung an über 16-Jährige von einer vom Luftfahrt-Bundesamt geprüften Stelle ausgeben werden. Bei der Schulung sollen laut Ministerium „Kenntnisse in der Anwendung und der Navigation der Fluggeräte sowie in den einschlägigen luftrechtlichen Grundlagen“ vermittelt werden.

Nur bedingt sinnvoll: Ob eine Kurzeinweisung ausreicht, bezweifelt Stimme-TV-Chef Manuel Maier. Aus der jahrelangen Praxis weiß er: „Jede Drohne ist anders.“ Er hält eine längerfristige Schulung – eine Art Drohnen-Führerschein – für sinnvoll. Genauso wichtig sei es aber auch die Drohne gut zu pflegen, so können Unfälle etwa durch ausfallende Akkus vermieden werden.

 

Eine Genehmigung zum Betrieb der Drohne braucht, wer…

… eine Drohne hat, die schwerer als 5 Kilo ist und wer seine Drohne nachts fliegen will. Das gilt nicht für Feuerwehr oder THW.

Sinnvoll: Diese Regelung ist eine Lockerung des bisherigen Gesetzesstandes. Zeitweilig musste jeder gewerbliche Drohnenflug angemeldet werden. Das führte bei den Unternehmen zu erheblichem Mehraufwand und beim zuständigen Landesamt zu Überforderung.

 

Generell verboten ist es für Drohnen-Piloten…

… höher als 100 Meter zu fliegen. Eine Ausnahme gilt für Modellfluggelände.

… über Wohngrundstücke zu fliegen, wenn der Besitzer nicht zustimmt.

.. über Einsatzorte von Polizei oder Feuerwehr zu fliegen.

… in der Umgebung von Flugplätzen zu fliegen.

Bedingt sinnvoll: Viele dieser Regeln gab es bereits vor der neuen Verordnung. Neu ist die maximale Flughöhe von 100 Metern. Die Stimme-TV-Drohne war oft in solchen Höhen unterwegs – für besonders gute Überblicksbilder – etwa bei einem Flug über den verschneiten Wertwiesenpark. „Das sind einfach tolle Blickwinkel für die Leser“, findet Manuel Maier.

 

 

Für das Verbot in der Nähe von Flughäfen zu starten, gibt es bereits eine technische Lösung: Viele moderne Drohnen haben ein System eingebaut, dass den Start in einem Risiko-Bereich unmöglich macht.

Unklar ist generell, wie Regelverstöße – etwas das Überfliegen von Wohngrundstücken – kontrolliert werden sollen. Dazu heißt es aus dem Ministerium nur: „Die Regelungen werden im Rahmen der Luftaufsicht und der allgemeinen Gefahrenabwehr überwacht.“ Dabei könnten „grundsätzlich“ auch Youtube-Videos von Drohnen-Kameras ausgewertet werden, bestätigt der Ministeriumssprecher auf Nachfrage.

 

Weitere Informationen

Weitere Details zur Drohnenverordnung gibt es auf der Seite des Bundesverkehrsministeriums: http://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/LR/151108-drohnen.html