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Bei Einbruch der Dunkelheit
Ernst Seibold (teleschau - der mediendienst)
«Bei Einbruch der Dunkelheit» (2006), so der schwedische Regisseur Anders Nilsson, sei sein bisher wichtigster Film. Mit dem beklemmenden Episodenthriller verfolgt der Regisseur durchaus ein persönliches Anliegen, wie er sagt: «Ich und mein Drehbuchautor Joakim Hansson wollten einen Film machen, der etwas grundsätzlich Kaputtes aufzeigt, das die Leute aufrüttelt. Es war an der Zeit etwas über die sogenannten Ehrenmorde in unserer Gesellschaft zu machen."
Nilssons Ziel: den Opfern von dieser Art Gewalt eine Stimme geben. «Die schrecklichste Vorstellung ist nicht, von Monstern oder Serienkillern gejagt zu werden, sondern von deiner eigenen Familie, deinem Liebsten, deinen Eltern bedroht zu werden, den Menschen also, die dir Geborgenheit geben sollten. Wir fühlten eine tiefe Wut über diese Gewaltakte und wollten doch versuchen, die zugrunde liegenden Mechanismen zu ergründen.» Die ehrlichste Art das zu tun, so Nilsson weiter, sei, auf reale Ereignisse zurückzugreifen. «Alle Gewaltakte, die in diesem Film gezeigt werden, sind wirklich passiert.»Die drei Protagonisten des Thrillers kennen sich nicht, haben aber eines gemeinsam: Sie erleiden erschütternde Schicksale und werden zu Opfern einer familiären Gewalt, die längst auch in unserer Gesellschaft zum Alltag geworden ist. Für die Betroffenen bedeutet «Zuhause» nicht Wärme und Geborgenheit, sondern Angst und Schrecken.
Die beiden Schwestern Leyla (Javidi Oldoz) und Nina (Bahar Pars) setzen sich gegen den seltsamen Ehrenkodex ihrer Familie zur Wehr. Bald wird ihr Leben zum tödlichen Albtraum.
Zwei Türsteher eines populären Nachtclubs werden von Kriminellen angegriffen und sehen sich sofort in einen brutalen Bandenkrieg verwickelt. Als einziger Zeuge gegen die Gangster bleibt Aram (Reuben Sallmander) übrig. Morddrohungen der Täterfamilien lassen nicht lange auf sich warten.
Im dritten beklemmenden Fall zeigt die prominente Fernsehjournalistin Carina (Lia Boysen) ihren gewalttätigen Mann Håkan (Peter Engmann) an und wird daraufhin von ihren Kollegen geschnitten. Daraufhin sieht Carina keine andere Möglichkeit mehr, als sich an die Medien zu wenden - ein Entscheid, der katastrophale Folgen zeitigt.
Der 1963 geborene Regisseur gehört zu den kommerziell erfolgreichsten Filmemachern in Schweden. Seine Trilogie «Zeugen in Angst» (1999) , «Executive Protection» (2001) und «Die Dritte Gewalt» (2003) wurde bereits bei SF gezeigt, ebenso realisierte er einzelne Episoden der Krimireihe «GSI - Spezialeinheit Göteborg».
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