War's das für Weinstein? Amazon prüft Produktionsstopp

Der Missbrauchsskandal um Harvey Weinstein kommt auch die von ihm mitbegründete Firma teuer zu stehen: Amazon und Disney erwägen ein Ende der Zusammenarbeit.

Von teleschau - der mediendienst

201745_323445_1_048.jpg
Seit immer neue Belästigungs- und Missbrauchsvorwürfe gegen Filmproduzent Harvey Weinstein ("Pulp Fiction", "Sin City") publik werden, reagiert auch die Branche mit Ablehnung.  Foto: Alexander Koerner/Getty Images

Nach den schweren Missbrauchsvorwürfen gegen Harvey Weinstein könnte auch die von dem Hollywood-Produzenten mitbegründete Produktionsfirma schweren Schaden davontragen. Vielen Film- und Serienprojekten des Unternehmens The Weinstein Co., aus dessen Vorstand der 65-Jährige nach Bekanntwerden der Vorwürfe von seinem Bruder entfernt wurde, könnte bald eine Absage erteilt werden. Die Branchen-Schwergewichte Amazon und Disney kündigten nun bereits erste Schritte an.

So denkt Streaminganbieter Amazon Prime darüber nach, die Eigenproduktion "Die Romanoffs" von "Mad Men"-Schöpfer Matthew Wiener abzusagen. Man prüfe mögliche Schritte in diese Richtung, gab Amazon-Sprecher Craig Berman bekannt. Vom Aus bedroht wäre auch eine weitere Weinstein-Produktion in Zusammenarbeit mit Amazon, die noch keinen Titel besitzt und mit den Hollywood-Stars Robert de Niro und Julianne Moore aufwartet.

Derweil machte Disney bereits Nägel mit Köpfen: Der Filmkonzern habe Weinsteins "Dienste als Produzent aufgekündigt", wie ein Sprecher mitteilte. Der Produzent, dem die mehrfache sexuelle Belästigung und Erpressung von Mitarbeiterinnen und Schauspielerinnen vorgeworfen wird, hatte für Disney an der Kinderbuchverfilmung "Artemis Fowl" gearbeitet.

201745_323445_2_048.jpg
Erst schwieg sie, jetzt zog sie Konsequenzen: "Ich habe entschieden, meinen Ehemann zu verlassen", erklärte Georgina Chapman, Harvey Weinsteins zweite Ehefrau, gegenüber dem Magazin "People".  Foto: Ian Gavan/Getty Images
201745_323445_3_048.jpg
Harvey Weinstein wurde aus seiner eigenen Firma gefeuert. Amazon und Disney wollen nun ihre Weinstein-Produktionen einstellen.  Foto: Alexander Koerner/Getty Images