Schauspieler Andreas Schmidt ist tot

So gewöhnlich sein Name, so ungewöhnlich war sein Spiel: Der großartige Charakterdarsteller Andreas Schmidt starb mit nur 53 Jahren in Berlin.

Von teleschau - der mediendienst

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Er wurde nur 53 Jahre alt: Andreas Schmidt, gefeierter und preisdekorierter Schauspieler aus Berlin, starb nach längerer Krankheit.  Foto: Sean Gallup/Getty Images

Trauer um einen großen Charakterkopf des deutschen Films: Andreas Schmidt verstarb am Donnerstag mit 53 Jahren nach längerer Krankheit in seiner Wahlheimat Berlin. Das machte die Agentin des Schauspielers am Freitag bekannt.

So gewöhnlich sein Name, so ungewöhnlich war das Spiel des gebürtigen Finnentropers. Andreas Schmidt war groß, fast schon comichaft dünn, und sein Gesicht transportierte irgendwie etwas Tragikomisches. Eigentlich ein klassischer Nebendarsteller - wenn es nicht immer wieder dazu gekommen wäre, dass seine Porträts von Randfiguren den eigentlichen Hauptfiguren die Schau stahlen. Über seine extreme Rollenwahl sagte der auch als Theaterautor aktive Schauspieler im teleschau-Interview: "Wenn ich eine Figur spiele, die eklig und hässlich ist, will das keiner sehen. Interessant wird es, wenn ich weiß, was an diesem ekligen, hässlichen Typen liebenswert ist."

So richtig bekannt wurde der einstige Germanistik- und Philosophie-Student 2005 durch den Andreas-Dresen-Film "Sommer vorm Balkon". Dort spielte er einen Macho-Trucker, der bei Nadja Uhl einzieht. Seitdem hatte man das Glück, Andreas Schmidt öfter in TV und Kino zu sehen: mal als verzweifelten Mörder im "Tatort" ("Borowski und das Mädchen im Moor", 2008) oder "Polizeiruf 110" ("Familiensache", 2014), mal als Stimmungssänger Gurki in der verfilmten Heinz-Strunk-Biografie "Fleisch ist meine Gemüse" (2008). Für diese Rolle erhielt Schmidt 2009 den Deutschen Filmpreis für die beste männliche Nebenrolle.

Im selben Jahr widmete ihm das ZDF sogar eine eigene Filmreihe im Spätprogramm. Ihr treffender Titel: "Andreas Schmidt - Der Ungewöhnliche". 2011 erhielt Schmidt den Grimme-Preis für seine Darstellung eines lebensmüden Fernbusfahrers in der Tragikomödie "Ein guter Sommer". Seinen letzten Kino-Auftritt hatte er im Februar dieses Jahres in der Neuauflage des Kinderfilm-Klassikers "Timm Thaler oder das verkaufte Lachen".

Andreas Schmidt hinterlässt seine Frau und seinen Sohn.

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Gefragter Mime: Andreas Schmidt im Fernsehspiel "Ein guter Sommer" (2011).  Foto: HR / Johannes Krieg
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Gab Haupt- wie Nebenrollen den gewissen Zauber: Schauspieler Andreas Schmidt, hier als Nachbar Gänse-Schlunzke im ARD-Film "Krauses Braut".  Foto: rbb / Arnim Thomaß
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Preiswürdige Leistungen legte er am Fließband ab: 2009 wurde Andreas Schmidt für seine Rolle in "Fleisch ist mein Gemüse" mit einer Lola ausgezeichnet.  Foto: Sean Gallup/Getty Images
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Weil seine Familie ihn verlassen hat, muss sie sterben. Andreas Schmidt spielte den Choleriker Arne Kreuz im Rostocker "Polizeiruf 110: Familiensache" in preiswürdiger Weise.  Foto: NDR / Christine Schroeder
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In San Francisco steht der Berliner Polizist Laxe vor den Antworten auf die Fragen seines Lebens. Andreas Schmidt wurde für die Rolle mit dem eine Nominierung als bester Hauptdarsteller für den Deutschen Filmpreis.  Foto: ZDF / Eoin Moore
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Deutscher Filmpreis 2009: Andreas Schmidt als Sänger "Gurki" in "Fleisch ist mein Gemüse".  Foto: Universal
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Andreas Schmidt (rechts) als intriganter Hofmeister mit seinem König (Dieter Hallervorden) im ARD-Märchenfilm "Die zertanzten Schuhe".  Foto: ARD / MDR / Nik Konietzny