"Das ist tragisch!" - Hiobsbotschaft bei "Bares für Rares"

Fernsehen  Tag der Enttäuschungen bei "Bares für Rares". Für gleich zwei Antiquitätenbesitzer zerschlugen sich Hoffnungen auf einen guten Erlös. Auch weil eine formschöne Statuette ganz wörtlich den Bogen raus hatte ...

Von teleschau - der mediendienst

201810_326239_1_048.jpg
Wolfgang Steinhauer (rechts) hatte eine Bronze-Plastik zu Horst Lichter (Mitte) in die Sendung gebracht. Kunstexperte Albert Maier hatte für ihn keine guten Nachrichten ...   Foto: ZDF

Er kam in Begleitung eines bronzenen Jünglings und wurde mit einer "Hiobsbotschaft" konfrontiert. Wolfgang Steinhauer, 64, Betriebsleiter aus Forst, wollte in der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" eine Statuette des Bildhauers Joseph Uphues (1850 bis 1911) zu Geld machen. Uphues war immerhin einer der berühmtesten Bildhauer der wilhelminischen Zeit. Und die Gussarbeit, die einen entblößten Knaben mit Pfeilbogen zeigt, ist über 100 Jahre alt. Auf kurz vor 1900 datierte Kunst-Experte Albert Maier die formschöne Plastik - doch sie hatte leider einen gravierenden Makel, wie Moderator Horst Lichter sofort bemerkt hatte ...

"Jetzt hat der Kollege natürlich seinen Bogen kaputt", raunte der Rheinländer jovial. In der Tat: Das "Seil" des Bogens war herausgebrochen. Wolfgang Steinhauers Großonkel hatte den Bronze-Knaben während des Krieges im Garten vergraben, um ihn vor Diebstahl zu schützen. Den Krieg hat die Statuette denn auch überstanden, allerdings nicht unbeschadet. "Ist das jetzt sehr dramatisch für die Wertfindung?", wollte Lichter vom Experten wissen, der nicht um den heißen Brei redete: "Für mich ist das einschneidend tragisch", stöhnte Albert Maier mitfühlend. Die verwendete Zink-Kupfer-Legierung lasse sich nachträglich nicht ermitteln: "Für mich ist das irreparabel."

Auch interessant: Sammler aus der Region hält wenig von Trödelsendungen

Statt 800 bis 1.000 Euro, auf welche er die Statuette im Bestzustand taxiert hätte, preiste der Experte das Objekt auf "höchstens 350 bis 400 Euro" ein. Wolfgang Steinhauer ließ sich trotzdem die Händlerkarte aushändigen und stieß in der Runde auf Interesse. Während Ludwig Hofmaier dem Bronzeguss im bairischen Idiom einen "schenen erodischen Touch" attestierte, machte ein anderer das Geschäft. Kunsthändler Julian Schmitz-Avila bot 400 Euro - also exakt den zuvor ermittelten Schätzpreis. Der bisherige Besitzer wollte sich denn auch nicht grämen. "Ich reis' mit einem guten Bauchgefühl ab", gab Wolfgang Steinhauer zu Protokoll. "Die Statue stand bei mir eh in der Ecke."

Erst gar nicht zum Handel kam es bei einem anderen Objekt der Montagssendung. Ingeburg Franke, ausgebildete Balletttänzerin aus Bad Rothenfelde, hatte sich 900 Euro für eine rund 100 Jahre alte Stabbrosche vorgestellt. Doch das Erbstück erwies sich als weit weniger kostbar: Der Rubin sei synthetisch, erklärte Goldschmiedin Wendela Horz und errechnete 250 Euro. "Enttäuschend" für die 86-jährige Besitzerin, die Horst Lichter per Handkuss aus der Sendung verabschiedete. Ingeburg Franke will die Brosche jetzt verschenken.

201810_326239_2_048.jpg
Auf kurz vor 1900 datierte Experte Albert Maier den formschönen Guss nach einer Plastik des Bildhauers Joseph Uphues - doch sie hatte leider einen gravierenden Makel ...   Foto: ZDF
201810_326239_3_048.jpg
"Für mich ist das einschneidend tragisch", sagte Albert Maier über das herausgebrochene "Bogen-Seil". Die verwendete Zink-Kupfer-Legierung lasse sich nachträglich nicht ermitteln: "Für mich ist das irreparabel."   Foto: ZDF
201810_326239_4_048.jpg
"Vielleicht macht man dat Ding raus und macht nen Speer rein", kalauerte Horst Lichter über die Beschädigung. Der Wertfindung hat es nicht entscheidend geholfen ...   Foto: ZDF
201810_326239_5_048.jpg
Trotz des eklatanten Wertverlusts ließ sich Wolfgang Steinhauer die Händlerkarte geben. Er stieß in der Runde durchaus auf Interesse ...   Foto: ZDF
201810_326239_6_048.jpg
Vor allem Kunsthändler Julian Schmitz-Avila nahm das Objekt genauesten unter die Lupe. Er war sich sicher: "Ich hab da nen gescheiten Meister, der kann da ein bisschen was biegen und was Neues dranbauen."   Foto: ZDF
201810_326239_7_048.jpg
Ludwig Hofmaier attestierte dem Bronzeguss im bairischen Idiom einen "schenen erodischen Touch". Den Deal machte aber ein anderer ...   Foto: ZDF
201810_326239_8_048.jpg
Julian Schmitz-Avila (rechts) bot 400 Euro - also exakt den zuvor ermittelten Schätzpreis. Wolfgang Steinhauer war zufrieden: "Die Statue stand bei mir eh in der Ecke."   Foto: ZDF
201810_326239_9_048.jpg
Auch um diese Brosche ging es am Montag bei "Bares für Rares". Auch hier war eine Enttäuschung im Spiel ...   Foto: ZDF
201810_326239_10_048.jpg
Ingeburg Franke (rechts) hatte sich 900 Euro für ihre rund 100 Jahre Stabbrosche vorgestellt. Doch das Erbstück erwies sich als weit weniger kostbar: Der Rubin sei synthetisch, erklärte Goldschmiedin Wendela Horz und errechnete nur 250 Euro.   Foto: ZDF