Wenn blinde Wut die Familie zerstört

Die Daily-Soap "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" spricht erneut ein Tabu-Thema an. Dieses Mal verfolgen die Zuschauer häusliche Gewalt in einer Familie.

Von Anke Waschneck

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Martin (Oliver Franck) kommt mit seinen Emotionen nicht klar und kann seine Wut nicht kontrollieren.  Foto: MG RTL D

Daily-Soaps bestehen aus Liebesgeplänkel und seichten Alltagsproblemchen? Von wegen! Mit diesem Klischee hat die Serie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (Montag bis Freitag, 19.40 Uhr, RTL) schon mehrfach gebrochen. Immer wieder wurden in der 25-jährigen Geschichte des Klassikers ernste und bewegende Themen angesprochen, die Macher schreckten vor kaum einem Tabu zurück. Nun wird die häusliche Gewalt fokussiert. Und das abermals auf erstaunlich drastische und eindringliche Weise.

Erst kürzlich zog Familie Ahrens in den "GZSZ"-Kiez nach Berlin. Vater Marin (Oliver Franck), Mutter Nina (Maria Wedig) und der gemeinsame Sohn Luis (Maximilian Braun) bilden eine ganz gewöhnliche und harmonische Familie. Aber der Schein trügt gewaltig. Denn mit der Zeit erfahren die Zuschauer, dass Vater Martin seine Emotionen nicht kontrollieren kann und bei Wutanfällen durchaus handgreiflich wird. Am Freitag, 22. September, wird zu sehen sein, wie er seine Frau Nina schlägt und wie sehr sie unter der Gewalt leidet.

Schauspieler Oliver Franck betont, wie wichtige es ist, ein ""Dieses Tabuthema zu entstauben" und sich einem ernsten Thema wie häuslicher Gewalt eben nicht mit "Klischee-Figuren" zu nähern. Er findet, es sei gut, "dass "GZSZ" ganz bewusst aufzeigt, dass sich dieses Tabuthema in allen Gesellschaftsschichten abspielen kann und wird". Weiterhin drückt er die Hoffnung aus: "Vielleicht fühlen sich einige Opfer dann nicht mehr nur allein und hilflos, sondern unternehmen Schritte, um ihre Situation zu ändern." Für Franck war es nicht einfach, die häusliche Gewalt am Set darzustellen. "Vorher nähert man sich gedanklich der Situation, dem Grund, den wahrscheinlichen Emotionen", verrät der Schauspieler.

Es ist nicht das erste Mal, dass bei "GZSZ" vor großem Publikum ein Tabu-Thema angesprochen und in den Serienverlauf eingewoben wird. So beschäftigte sich die Soap mit Inzest zwischen Vater und Tochter, zeigte den bewegenden Freitod von Bommel (Merlin Leonhardt) und setzt sich mit Bulimie auseinander.

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Dieser Moment wird einige Fans schocken: Martin (Oliver Franck) holt aus und ohrfeigt seine Frau Nina (Maria Wedig).  Foto: MG RTL D
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Nina (Maria Wedig) leidet unter der häuslichen Gewalt, die ihr Mann ihr antut.  Foto: MG RTL D
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Das sieht nach einer harmonischen Familie aus: Luis (Maximilian Braun, links) und seine Eltern Nina (Maria Wedig) und Martin (Oliver Franck).  Foto: MG RTL D / Rolf Baumgartne
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Martin (Oliver Franck) und Nina (Maria Wedig) sind nach Berlin gezogen, um ihrem Problem zu entkommen, doch es holt sie ein.  Foto: MG RTL D
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Die Daily-Soap schreckt nicht davor zurück, Tabu-Themen anzusprechen. Im Serien-Universum von "GZSZ" wurden bereits Inzest dargestellt, diverse Krankheiten und ein Freitod.  Foto: MG RTL D
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Bei "GZSZ" wird Nina (Maria Wedig) Opfer von häuslicher Gewalt. Ihr Serien-Kollege Oliver Franck hofft: "Vielleicht fühlen sich einige Opfer dann nicht mehr nur allein und hilflos, sondern unternehmen Schritte, um ihre Situation zu ändern."  Foto: MG RTL D
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Im "GZSZ"-Universum steht jetzt häusliche Gewalt im Fokus. "Dieses Tabuthema zu entstauben und einer großen Zahl von Zuschauern vor Augen zu führen, ist gut und richtig", betont Oliver Franck laut RTL.  Foto: RTL / Rolf Baumgartner
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Für Oliver Franck war es nicht einfach, die häusliche Gewalt am Set darzustellen. "Vorher nähert man sich gedanklich der Situation, dem Grund, den wahrscheinlichen Emotionen", verrät der Schauspieler.  Foto: RTL / Rolf Baumgartner