Was machst du, wenn sie kommen?

Was tun, wenn Aliens die Erde invadieren? Zwischen Widerstand und Kollaboration ist in der durchdachten TNT-Sci-Fi-Serie "Colony" alles dabei.

Von Maximilian Haase

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In der TNT-Serie "Colony" ist die Erde von Aliens besetzt.  Foto: TNT Serie

Eine klassische Regel der Science Fiction lautet: Bedroht eine außerirdische Macht die Erde, vergisst die sich sonst gegenseitig bekriegende Menschheit jeden Konflikt und schließt sich heroenhaft gegen den gemeinsamen Feind zusammen. Pustekuchen - zumindest in der aktuellen Variante der Alien-Invasion unter dem Titel "Colony". Vielmehr spaltet sich unsere Gattung in der TNT-Serie (ab 11.10., immer mittwochs, 20.15 Uhr) angesichts der außerirdischen Besatzer in Kollaborateure, Mitläufer und Widerstandskämpfer. Eine auf historischer Erfahrung beruhende Ausgangslage für ein detailreiches und durchdachtes SciFi-Werk, das die Aliens nicht einmal zeigen muss, um das Drama der Menschheit in ihnen zu spiegeln.

Der deutsche Pay-TV-Kanal TNT Serie entwickelt sich immer weiter zum anspruchsvollen Nischenanbieter in Sachen Streaming: Neben gefeierten Eigenproduktionen wie "Weinberg" und "4 Blocks" versteht es der auch über Sky empfangbare Anbieter, geheimtippige Kleinode wie "Colony" als Deutschland-Premiere an Land zu ziehen.

TNT strahlt die erste Staffel wöchentlich in Doppelfolgen aus und zeigt ab 15.11. direkt die zweite Staffel des Alien-Dramas, das nicht umsonst bereits einen dritten Durchgang zugesichert bekam: Die Produktion der Schöpfer Ryan Condal und Carton Cuse, der bereits für "Lost" verantwortlich zeichnete, macht in Sachen Alien-Invasion vieles richtig. Wie schon außergewöhnliche Werke à la "District 9" oder "Arrival" verlässt auch "Colony" die ausgetretenen "Independence Day"-Pfade.

Man sieht sie kaum, jene Außerirdischen, die in der düsteren Dystopie die Erde belagert haben. Hintergründe dazu liefert die Serie anfangs nur häppchenweise; Anspielungen und ein Blick auf die detailreich gestaltete Welt müssen genügen. So wird man direkt hineingeworfen in ein ummauertes Los Angeles, in dem die menschlichen Kollaborateure der Alien-Besatzung ein gutes Leben führen, während Widerständige bestraft, aussortiert und verfolgt werden.

Weil die Großstädte in "Colony" voneinander isoliert und unter die Leitung einer opportunistischen Militärregierung gestellt wurden, sind viele Familien voneinander getrennt. So auch die Hauptfiguren Will (Josh Holloway, "Lost") und Katie Bowman (Sarah Wayne Callies, "The Walking Dead"), die ihren Sohn seit der Invasion nicht wiedersahen. Der mächtige Profiteur Proxy Snyder (Peter Jacobson), dessen Mannen die Aliens bei ihrer Menschenunterdrückung als willfährige Helfer unterstützen, bietet Ex-FBI-Agent Will seine Hilfe an, wenn dieser gegen die Rebellen kollaboriert.

So erzählt "Colony" nicht nur eine gut geskriptete Sci-Fi-Geschichte, sondern nähert sich auch zeitlosen Fragen nach dem Verhalten von Menschen in totalitären Systemen: Wer hat den Mut zum Widerstand? Wer nutzt opportunistisch die Chance zur Kollaboration? Wer verrät, und wer rettet? In diesen Zeiten ist ihre Beantwortung dringlicher denn je.

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Die Bowmans stehen im Mittelpunkt der neuen SciFi-Serie "Colony".  Foto: TNT Serie
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Auf den ersten Blick führt Familie Bowman ein glückliches Leben.  Foto: TNT Serie
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Die Hauptfiguren Will (Josh Holloway) und Katie Bowman (Sarah Wayne Callies) tragen so manches Geheimnis mit sich herum.  Foto: TNT Serie
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Proxy Snyder (Peter Jacobson, links) zwingt Will (Josh Holloway) zur Kollaboration.  Foto: TNT Serie
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Katie Bowman (Sarah Wayne Callies) vermisst ihren Sohn.  Foto: TNT Serie
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Katie (Sarah Wayne Callies) versucht ihr Leben im totalitär organisierten L.A. so frei wie möglich zu gestalten.  Foto: TNT Serie
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Will (Josh Holloway) wird von der Besatzungsmacht abgeführt.  Foto: TNT Serie
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Will (Josh Holloway, links) sieht keinen anderen Ausweg, um seinen Sohn zu finden: Er hilft der Militärregierung.  Foto: TNT Serie
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Vor der Invasion arbeitete Will (Josh Holloway) als FBI-Agent.  Foto: TNT Serie