Radiohead in Tel Aviv: Unterstützung durch Michael Stipe

Viele Künstler sind dagegen, dass Radiohead am 19. Juli im israelischen Tel Aviv auftreten. Michael Stipe (R.E.M.) ist dafür.

Von teleschau - der mediendienst

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Michael Stipe, früherer R.E.M-Frontmann, sprach sich öffentlich für einen Auftritt von Radiohead in Tel Aviv aus.  Dominique Charriau/Getty Images

Seit Wochen ernten Radiohead vor allem aus Künstlerkreisen heftige Kritik für den Plan, am 19. Juli in Tel Aviv aufzutreten. Michael Stipe bildet die Ausnahme und hat sich nun auf die Seite der britischen Indierocker um Thom Yorke geschlagen. Über Instagram erklärte Stipe, einstiger Kreativkopf von R.E.M.: "Ich stehe hinter Radiohead und ihrer Entscheidung, aufzutreten. Lasst uns hoffen, dass der Dialog fortgesetzt wird, damit es zu einem Ende der Besatzung und einer friedlichen Lösung kommt."

Stipe distanziert sich damit wie Radiohead von vielen anderen Vertretern aus dem Kunst- und Kulturbetrieb, die mit Bezug auf die Unterdrückung des palästinensischen Volkes zu einem Kultur-Boykott aufrufen. Im Rahmen der Initiative hatten unter anderem Regisseur Ken Loach und Roger Waters die Band Radiohead in einem offenen Brief aufgefordert, das Konzert in Israel abzusagen.

Thom Yorke, der sich mit Waters und Loach zuletzt einen öffentlich ausgetragenen Schlagabtausch lieferte, verteidigte den geplanten Auftritt unlängst in einem Interview mit dem Magazin "Rolling Stone": Der Boykott, an dem sich Musiker, Künstler und Wissenschaftler beteiligen, sei eher schädlich als nützlich, weil er den Dialog zwischen den einzelnen Parteien unterbinde.

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Radiohead planen einen Auftritt in Tel Aviv am 19. Juli, wofür sie vor allem aus Künstlerkreisen heftig kritisiert werden.  Ian Gavan/Getty Images
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Radiohead-Frontmann Thom Yorke hält nichts davon, Israel mit einem Kultur-Boykott zu bestrafen: Eine solche Maßnahme unterbinde den Dialog zwischen den Parteien eher, als ihn zu fördern.  Ian Gavan/Getty Images