Ein Hauch von 007

Carpendale, Howard Carpendale. Wie der Südafrikaner seine Martinis trinkt, ist nicht bekannt. Mit "Wenn nicht wir" stellt er aber klar, dass er die Zeit mindestens so gut überdauert wie James Bond.

Von Jasmin Herzog

Howard Carpendale: Wenn nicht wir
Howard Carpendale - Wenn nicht wir   Foto: 2017 Electrola / Universal

Das James-Bond-Grundthema als Intro für sein neues Album "Wenn nicht wir" - ist Howard Carpendale neuerdings in geheimer Mission unterwegs? Ein seltsamer Einstieg. Andererseits: Wer könnte 007 das Wasser reichen, wenn nicht Howard Carpendale? Der Südafrikaner findet sich auf seinen neuen Songs zwischen New York und Lissabon überall zurecht, er ist smart, hat Stil, und die Frauen liegen ihm sowieso zu Füßen. Was Howard, wie James ein ausgesprochener Gentleman, so natürlich nie thematisieren würde. Allein: Ganz so spannend wie ein Bond-Film ist das 36. Album von Howard Carpendale dann doch nicht. Statt Schurken zu jagen, singt der ungebrochen populäre (wieder eine Parellele!) 71-jährige von Zusammenhalt und vom gesellschaftlichen Wandel, der ihn nicht beeindruckt: "Ja, die Welt hat sich verändert, ein bisschen schneller jedes Jahr. Ich bin immer noch da." In Sachen Tempo hält der Sänger dagegen locker mit: Mit Gitarren-Einsprengseln und engagiertem Schlagzeug geht's auf "Wenn nicht wir" bisweilen ziemlich flott zur Sache - und das ganz ohne Schlager-Mief. Keine Frage: James Bond würde Howard Carpendale hören.

Bewertung überzeugend
CD-Titel Wenn nicht wir
Bandname/Interpret Howard Carpendale
Genre Schlager/Pop
Erhältlich ab 29.09.2017
Label Electrola
Vertrieb Universal

Howard Carpendale: Wenn nicht wir
"Hello again": Howard Carpendale (Bildmitte, sitzend) veröffentlicht mit "Wenn nicht wir" sein inzwischen 36. Studioalbum.   Foto: 2017 Dominik Beckmann / Electrola / Universal