Reklame aus Russland

Das soziale Netzwerk Facebook hat erstmals konkrete Informationen zu politischer Werbung aus dem russischen Raum veröffentlicht. Hunderte Fake-Accounts schalteten demnach Anzeigen unter anderem zu Rassenfragen und Waffengesetzen.

Von Jan Treber

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Russische Fake-Accounts haben etwa 3000 politische Anzeigen im US-Wahlkampf geschaltet. (Bild: Facebook-Zentrale Menlo Park aus der Luft)   Foto: Facebook

Bereits in diesem Frühjahr hatte Facebook zugeben müssen, dass es zur systematischen Propaganda im US-Wahlkampf genutzt wurde. Immer wieder tauchte auch Russland in diesem Zusammenhang auf. Nun hat Facebook offiziell mitgeteilt, dass fingierte Konten aus dem russischen Raum Werbung im Volumen von 100.000 US-Dollar schalten ließen. Das geht aus einer internen Untersuchung hervor. Es handelte sich demnach um rund 3.000 Anzeigen, die von geschätzten 470 "inauthentischen" Accounts in Auftrag gegeben wurden.

Wie es in dem Beitrag von Sicherheits-Chef Alex Stamos weiter heißt, wurden in den Anzeigen kaum Namen von Kandidaten genannt. Vielmehr seien die Inhalte eher geeignet gewesen, die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft voranzutreiben. Typische Themen drehten sich also vorwiegend um Genderfragen, rassistische Spannungen, Immigration oder Waffengesetze.

Die Betreiber der Accounts waren offenbar gut über die Gesellschaftsstruktur der USA informiert: Bestimmte gesponserte Beiträge seien laut der Studie sogar auf bestimmte Regionen gerichtet worden. Eine weitere, jedoch weniger genaue Untersuchung ergab, dass 50.000 US-Dollar in Reklame investiert wurden. Jene Anzeigen hätten allerdings nur "potenziell" einen politischen Hintergrund. Die Herkunft aus Russland sei wohl ebenso nicht eindeutig auszumachen.

Das soziale Netzwerk steht im Kampf gegen Fake-Nachrichten und politische Propaganda unter Druck. Die Ergebnisse der Studien wurden laut Facebook den US-Behörden übermittelt.

Rubrik Computer - Internet

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Stellungnahme im Facebook Newsroom