Gratis geht nicht

Der Deutsche Wetterdienst bietet amtliche Warnungen und Informationen über das Wetter kostenlos an - darf das aber nun nicht mehr. Dies hat das Landgericht Bonn entschieden.

Von Jan Treber

201750_324248_1_024.jpg
Das Angebot der "WarnWetter"-App sei zu umfangreich und muss daher Geld kosten, entschieden die Richter des Landgerichts Bonn.   Foto: WarnWetter (DWD)

Die "WarnWetter"-App des Deutschen Wetterdienstes (DWD) darf laut eines Gerichtsurteils in der gegenwärtigen Form nicht kostenlos sein. Dies entschied die 4. Kammer des Landgerichts Bonn. Die Tatsache, dass der Deutsche Wetterdienst mit der App sowohl amtliche Warnungen als auch weiterführende Informationen über das Wetter anbiete, verstoße gegen das sogenannte "Gesetz über den Deutschen Wetterdienst".

Laut dieser Norm soll der DWD der Öffentlichkeit kostenlos amtliche Warnungen bereitstellen. Allerdings befänden sich in der App auch darüber hinaus gehende, allgemeine Informationen über das Wetter, stellte das Gericht fest. Obwohl "WarnWetter" kostenlos angeboten werde, "fördert der DWD sein eigenes Unternehmen, steigert seine Bekanntheit und sein Ansehen auf dem Markt der Wetterdienstleister und damit seine Marktmacht", so die Richter des Landgerichts Bonn.

"WarnWetter" ist bereits seit 2015 verfügbar. Gegen die App klagte der Konkurrent WetterOnline, der sich im Nachteil sah. Gegen die Entscheidung kann Berufung eingelegt werden.

Rubrik Computer - Internet