App-Check: Polygram

Die neue Social-App Polygram erkennt mithilfe künstlicher Intelligenz die Gesichtsausdrücke der Nutzer beim Betrachten von Beiträgen und wandelt sie in Emojis um.

Von Jan Treber

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Die Social-App Polygram wandelt Gesichtsausdrücke in Emojis um.   Foto: Polygram

Wer häufig Social Media oder Messaging-Apps verwendet, kennt das Problem: Manchmal nimmt die Suche nach dem wirklich passenden Emoji etwas mehr Zeit in Anspruch. Die neue App Polygram will damit nun Schluss machen und nebenbei mal eben ein soziales Netzwerk etablieren. Für ihr Vorhaben haben die Entwickler von clipo Inc. bislang 2,1 Millionen US-Dollar Kapital eingesammelt.

Polygram funktioniert so: Die Frontkamera des Smartphones nimmt die Gesichtsausdrücke der Nutzer auf. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz werden diese dann nahezu in Echtzeit in entsprechende Emojis umgewandelt. Die Berechnung erfolgt vollständig lokal auf dem Gerät. Auch ein Emoji-Protokoll am Bildschirmrand gibt es. Man kann sich sowohl die eigenen, als auch die Reaktionen anderer Betrachter des Beitrags anzeigen lassen.

Polygram hat allerdings zwei Probleme. Erstens ergeben sich schon aus dem Konzept Datenschutz-Konflikte. So filmt die Front-Kamera des Smartphones permanent das eigene Gesicht. Die Entwickler von Polygram bemühen hierzu das häufig gebrauchte Argument, die Daten würden anonymisiert gespeichert und verarbeitet. Zweitens muss sich Polygram gegen starke Mitbewerber durchsetzen. Die Snapchats und Facebooks dieser Welt haben ihre Position auch gegen andere schon erfolgreich verteidigt.

Polygram ist bislang nur für iOS verfügbar, eine Android-Version dürfte aber nicht lange auf sich warten lassen.

Rubrik Computer - Internet