1,3 Milliarden Fake-Schleudern

Facebook wird von unerwünschten Inhalten geradezu überschwemmt. Nun legt das soziale Netzwerk erstmals Zahlen zur Durchsetzung seiner Regeln vor. Demnach löschte Facebook allein in sechs Monaten 1,3 Milliarden gefälschte Profile.

Von Jan Treber

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Facebook entfernte nach eigenen Angaben 1,3 Milliarden Fake-Profile innerhalb eines halben Jahres.   Foto: Creative Commons Zero (CC0)

Seit den diversen Enthüllungen im vergangenen Jahr nennen einige Kritiker das soziale Netzwerk nur noch "Fakebook". Wie groß das Problem mit den fingierten Profilen tatsächlich ist, lässt sich nun zumindest erahnen. Denn Facebook legt erstmals konkrete Zahlen zur Einhaltung seiner Gemeinschaftsstandards vor. Demnach löschte das Unternehmen allein in den vergangenen beiden Quartalen insgesamt rund 1,3 Milliarden fingierte Nutzerkonten. 98 Prozent dieser Accounts wurden entfernt, bevor "echte" Facebook-Nutzer diese gesehen hätten, wie Guy Rosen, Vizepräsident des Produktmanagements, schreibt.

Im letzten Quartal seien darüber hinaus insgesamt 1,8 Millionen sogenannte "Inhalte" gelöscht worden, die Terror-Propaganda enthielten. Noch im Zeitraum zuvor waren es 1,1 Millionen. Den Anstieg führt Facebook auf die Verbesserung seiner automatischen Suchtechnologie zurück. Diese trug ebenso dazu bei, dass in den ersten drei Monaten dieses Jahres bereits 21 Millionen "Inhalte" entfernt wurden, die etwa Nacktbilder oder anderes, aus Facebooks Sicht nicht jugendfreies Material enthielten. Was genau "Inhalte" sind, erklärt Facebook im "Community Standards Enforcement Report". Ein Textbeitrag mit vier Fotos sind demnach fünf "Inhalte". Wird der Beitrag komplett entfernt, ist es ein gelöschter "Inhalt", entfernt man etwa drei der Bilder, sind es drei gelöschte "Inhalte". Nach diesem Prinzip zählte Facebook darüber hinaus 2,5 Millionen entfernte Hassrede-"Inhalte", 38 Prozent seien selbst entdeckt worden, der Rest von Nutzern.

Rubrik Computer - Internet

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Die verbesserte Suchtechnologie führte zu mehr Treffern bei Verletzungen der Gemeinschaftsstandards.   Foto: Facebook
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Facebook-Zentrale: Nach diversen Skandalen fährt das Unternehmen nun eine regelrechte Transparenz-Kampagne.   Foto: Facebook