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Lana Del Rey
Erik Brandt-Höge (teleschau - der mediendienst)
Strickjacke, Jeans, die Haare leicht gelockt, das Make-up dezent: Auf den ersten Blick wirkt Lizzy Grant wie eine ganz normale junge Frau. Eine, die sich nur zufällig in die Suite eines Luxushotels und auf das riesige rote Samtsofa verirrt hat, auf dem sie jetzt liegt. Doch im Leben der Lizzy Grant ist nichts mehr zufällig. Seit die New Yorkerin im vergangenen Sommer unter dem Künstlernamen Lana Del Rey ihren Song "Video Games" im Internet präsentiert hat, sind ihr die roten Samtsofas sicher. Ihre dramatische Popmusik beherrscht die Hitlisten von Fans und Kritikern weltweit, ihr Bühnenlook der Ghetto-Diva wurde zur Mode. Kurz: Lana Del Rey ist der Star der Stunde. Sie ist die lässige Lolita eines Genres, das sie selbst erfunden hat.
Bei einer Open-Mic-Night in einer Rock-Bar traute sie sich erstmals auf die Bühne. Nur für ein Lied. Als sie gesungen hatte, wurde es still. Niemand im Raum konnte klatschen, zu berauscht waren alle von dem rau-warmen Klang ihrer Stimme und dem Gefühl, das in ihr lag. "Als ich den Laden verließ, kam mir jemand nach und meinte: Ich will, dass du morgen meine Show eröffnest", erzählt Del Rey von ihren ersten Engagements. "Das habe ich dann gemacht, und danach kam wieder jemand, der sagte: Ich will, dass du morgen für mich spielst! So ging es immer weiter, so fing alles an."
Del Rey arbeitete fortan noch gezielter an den eigenen Songs, die sie bewusst autobiografisch und immer wieder über die Liebe schrieb, ihrer bis heute größten Muse und freilich auch Inspiration für "Video Games", das sie zusammen mit einem retro-romantischen Super-8-Filmchen auf YouTube stellte. "Ich schwärme so sehr für die Liebe, weil sie mich so viel glücklicher gemacht hat, als ich es lange Zeit war", sagt sie. "Lange hatte ich mich immer gleich gefühlt, und dann bekam ich plötzlich eine Ahnung davon, was es heißt, glücklich zu sein. Ich hatte neue Hoffnung." Und mit "Video Games" einen ersten Welthit.
Von nun an ging es schnell. Der Aufmerksamkeit im Netz folgten Auftritte in den großen Shows Amerikas und weiteren rund um den Globus. Online, im Radio und Fernsehen zog der Hype immer größere Kreise und erreicht mit der Veröffentlichung ihres Debütalbums jetzt seinen Höhepunkt. Auf "Born To Die" bleibt Grant ihrem selbst kreierten Stil treu. Sie vereint Glamour und Ghetto, Schein und Verdorbenheit. In den opulenten Arrangements inszeniert sie sich als verruchte Diva und bettet ihren Weltschmerz in breite Streichersektionen, ohne dabei ihren Hang zum HipHop zu verbergen. Nicht selten klingt das, als hätten Frank Sinatra und Kanye West gemeinsame Sache gemacht.
Textlich in ähnlich großer Pose, sehnt sich Grant auf dem Album nach mehr Wahrhaftigkeit und Hingabe. Für echte Liebe gibt und verzeiht sie alles, und nur mit dieser Attitüde gelingen ihr Liebeshymnen wie "Blue Jeans", in der ihr Herz zerrissen und doch immer weiter für den einen pochen wird: "Als ich mit der Person aus 'Blue Jeans' zusammen kam, lebten wir beide sehr ähnlich. Sehr gesund und sehr sauber, wir waren beide sehr geradeaus. Irgendwann veränderte er sich dann, kam in Schwierigkeiten, ich konnte nicht mehr mit ihm zusammen sein." Er ging, aber das Gefühl für ihn blieb. Keine untypische Geschichte für eine junge Frau wie Grant. Aber eine, die man in dieser Form, mit dieser Leidenschaft und verzweifelten Sehnsucht bisher selten gehört hat. Grants Erfolgsgeheimnis ist ihr Gefühl.
Dass dieses Gefühl Widerhall findet, zeigt ein Blick in die Charts und auf die Titelseiten von Musik- wie auch Hochglanzmagazinen. Generationenübergreifend wird sie schon Ikone gefeiert. Ein Ruhm, den ihr Label ihr gar als Berufung bescheinigt. Dabei ist ihr all der Rummel nur zweitrangig: "Ich bin nicht daran interessiert, ein Star zu sein. Ich teile mein Leben mit meiner Familie und meinen Freunden, und ich glaube, es ist nicht richtig, wenn jemand auch nur versucht, wichtiger als andere Menschen zu sein."
Auch während des Interviews wirkt nicht sie selbst, sondern nur ihre Umgebung wie die eines Superstars. Lana Del Rey hingegen liegt weiter auf dem Luxussofa und wundert sich über die Welt. So wie sich nur eine ganz normale junge Frau mit einem Allerweltsnamen wie Lizzy Grant sich darüber wundern kann.
weiterführende Links:
- Artistpage
- Lana Del Rey bei Facebook
- Lana Del Rey bei Twitter
- Lana Del Rey bei myspace
- Lana Del Rey bei Youtube
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