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Anna Julia Höhr (teleschau - der mediendienst)
Gary Mounfield wäre unlängst fast umgefallen, als er am Geldautomaten stand. Zwei Millionen Pfund waren da plötzlich auf seinem Konto. Eine Summe, mit der der 49-jährige Musiker nicht gerechnet hatte: "Ich wollte doch nur Milch kaufen. Dann sah ich, dass mir so viel Geld überwiesen wurde", berichtete Mounfield der "Sun" zufolge später seinen Freunden. Woher der plötzliche Geldsegen kam? Ganz einfach: Gary "Mani" Mounfield ist Bassist der Stone Roses. Jener britischen Rockband, die im Oktober 2011 ihre Wiedervereinigung samt Welt-Tournee verkündete. Die zwei Millionen Pfund erhielt Mani als Vorschuss für die Konzerte. Und er ist wahrlich nicht der Einzige, der beim Shoppen künftig besonders beherzt zugreifen darf: 2012 kehren unter anderem Van Halen, die Happy Mondays, die Beach Boys und Black Sabbath auf die Bühne zurück. Aus Liebe zur Musik. Und teilweise sicherlich auch aus Freude auf ein prall gefülltes Bankkonto.
Zum ersten Mal seit 19 Jahren wird Ryder im Zuge der elf Termine umfassenden UK-Tour der Happy Mondays wieder mit dem Original-Line-Up der Gruppe performen. Nach dem ersten Zusammentreffen der Bandmitglieder gefragt, gerät der Musiker ins Schwärmen: "Es war, als wären wir nie getrennt gewesen. Es fühlte sich so gut an, wieder in einem Raum zu sein." Über die finanziellen Vorteile einer solchen Wiedervereinigung ist sich Ryder gleichermaßen im Klaren. Und er spricht sie besonders gerne an, wenn es um das Comeback anderer Bands geht. So gab der 49-Jährige nach der Reunion der Stone Roses zu Protokoll, dass deren Wiedervereinigung seit der Scheidung von Sänger Ian Brown zur Debatte stand. Denn: "So eine Scheidung kann verdammt teuer werden." Ob sich Ian Brown über die zwei Millionen Pfund auch so gewundert hat wie Wieder-Bandkollege Mani?
"Eine Reunion der Stone Roses gibt es erst, wenn Manchester City die Champions League gewonnen hat", pflegte Mani immer zu sagen. Zu groß schienen die Differenzen zwischen Brown und Gitarrist John Squire nach der Trennung der Gruppe 1996 geworden zu sein. Jetzt steht eine Welt-Tournee ins Haus, ein neues Album ist nicht ausgeschlossen. Ob der Schritt der Rocker finanziell motiviert ist, wird die Fans wohl kaum interessieren: Hierzulande freut man sich vielmehr darüber, dass die Stone Roses im Juni nach Deutschland kommen werden - Auftritte beim "Hurricane"- und beim "Southside"-Festival stehen auf dem Programm.
Nicht nur die Stone Roses werden dort auf der Bühne erwartet, sondern auch Shirley Manson, Duke Erikson, Butch Vig und Steve Marker alias Garbage. Die Rockband gab ihre Rückkehr erst vor Kurzem bekannt. Am 11. Mai wird das neue Album "Not Your Kind Of People" erscheinen. Garbage haben sich von den großen Plattenfirmen verabschiedet und ihr eigenes Label Stunvolume gegründet. Unwahrscheinlich, dass sie sich zu diesem Schritt entschlossen, weil die Major-Labels sie nicht mehr wollten. Vielmehr sieht es so aus, als wollte die Gruppe schlichtweg ihr eigenes Ding durchziehen und genau die Musik machen, die ihren Vorstellungen entspricht. Die Band hatte sich ja auch nie wirklich aufgelöst: 2005 legten Garbage auf unbestimmte Zeit eine Pause ein, nachdem die damalige Tour wegen Überlastung abgebrochen werden musste.
Auch der erneute Zusammenschluss von At The Drive In riecht nicht nach herbeigesehntem Geldsegen: Die Mitglieder der Post-Hardcore-Formation sind mit den beiden "Tochterbands" Sparta und The Mars Revolta erfolgreich. Mehr als zwei Konzerte beim "Coachella"-Festival in Kalifornien haben die Musiker zudem auch (noch) nicht geplant. Unwahrscheinlich, dass ihnen dafür Beträge in Millionenhöhe aufs Konto überwiesen werden.
Es bleiben die drei anderen großen Rückkehrer: Van Halen, Black Sabbath und die Beach Boys. Braucht einer von ihnen Geld? Wenn, dann am ehesten der zurückgekehrte Frontmann von Van Halen: David Lee Roth konnte seine frühere Popularität nicht in die Solokarriere retten, er arbeitete vor rund zehn Jahren sogar als Rettungssanitäter. Mit Eddie Van Halen versöhnt hat er sich schon vor fünf Jahren, als die Hard-Rocker bereits erneut zusammen auf Tour gingen. Dieser Tage ist das erste gemeinsame Album seit fast 28 Jahren erschienen. Frische Impulse sucht man auf "A Different Kind Of Truth" vergebens - dafür gibt's jede Menge Songs in altbewährter Van-Halen-Manier. Ideal für die 46 Konzerte umfassende USA-Tournee, die Ende des Monats startet. Klingelnde Kassen? Garantiert.
Geld stand bei Ozzy Osbourne und seinen Black-Sabbath-Kollegen nie im Vordergrund und tut es jetzt erst recht nicht: Das Comeback der Band in Originalbesetzung wird von der Lymphdrüsenkrebs-Erkrankung Tony Iommis überschattet. Obwohl eine vollständige Genesung des Gitarristen erwartet wird, steht derzeit noch nicht fest, ob die Welt-Tournee - und damit auch das für den 4. Juni in Dortmund geplante einzige Deutschland-Konzert - stattfinden kann. Dass der neue Black-Sabbath-Longplayer im Herbst veröffentlicht wird, gilt trotz Iommis Krankheit als sicher. Ozzy Osbourne, der nicht nur als Star der TV-Serie "The Osbournes", sondern auch als Solokünstler Erfolge feierte, kehrte bereits 1997 für einige Konzerte zu Black Sabbath zurück. Die Wiedervereinigung als lang angelegtes Projekt? Osbourne zufolge definitiv: "Wir haben es schon einmal probiert, und es hat nicht geklappt. Dieses Mal ist es uns aus magischen Gründen gelungen, Songs zu schreiben, die wirklich gut sind."
Und die Beach Boys? Die wollen einfach nur ihren 50. Geburtstag feiern. Mit neuer Platte und Welt-Tournee. Geld sollten die verbliebenen Gründungsmitglieder Al Jardine, Mike Love und Brian Wilson in ausreichendem Maß besitzen. Sie möchten in erster Linie die alten Zeiten nochmal aufleben lassen, wie Mike Love bekundet: "Es war ein wahrer Segen, unsere Musik mit der ganzen Welt teilen zu können. Ist es nicht wunderbar, das nun noch einmal tun zu dürfen?"
weiterführende Links:
- Bandpage Black Sabbath
- Bandpage At The Drive In
- Bandpage Beach Boys
- Bandpage Garbage
- Bandpage Happy Mondays
- Bandpage Van Halen
- Bandpage The Stone Roses
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