Schneemann bauen – kreativ oder traditionell?

Region  Heute feiert der Schneemann seinen Jahrestag. Höchste Zeit einmal humorvoll über die Menschen zu sprechen, die die Schnee-Gestalten bauen – oder sie zerstören.

Von Janis Dietz, stimme.de

Schneemänner in Sanssouci
Schneemanngruppe im Park von Sanssouci in Brandenburg. Foto: dpa

Wenn draußen eine Schicht frisch gefallener Schnee liegt, bekommen nicht nur Kinder Lust darauf, einen Schneemann zu bauen. Kein Wunder, dass diesem frostigen Symbol des Winters mittlerweile auch schon ein Tag gewidmet ist: Der 18. Januar ist Tag des Schneemanns.

Wie schön ein Schneemann am Ende aussieht, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Dem Schnee, der Deko, aber auch der Einstellung der Erbauer. Denn Schneemann-Bauer können ganz unterschiedlich drauf sein:

 

Der Traditionelle

Klassisch wie man ihn kennt: Schneemann mit Zylinder, Möhre und Pfeife.  Foto: Archiv/Marvin Wieland

Was gehört zu einem Schneemann? Für den Traditionellen ganz klar: eine Karottennase, möglichst Kohlen als Augen ein Schal und ein Hut. Das Ergebnis soll möglichst dem entsprechen, was man aus Whatsapp oder Hollywood-Filmen so als Schneemann kennt.

Wenn die Tochter die großen Kugeln nicht richtig rund bekommt, hilft Papa nach. Wenn zufällig keine Karotte im Haus ist, klingelt der Traditionelle auch schon mal bei den Nachbarn oder klaut heimlich Steinchen für die Brustknöpfe von der geschotterten Auffahrt gegenüber.

 

Die Kreative

Ganz in Weiß: Donald Trump  in der Oberpfalz
Familienarbeit in Perfektion: Magdalena Kammermeier und ihr Vater haben sich an einer Schneeskulptur des designierten US-Präsidenten Donald Trump versucht. Foto: Armin Weigel (dpa)

Ein Schneemann aus drei runden Schnee-Kugeln – wie langweilig. Für die Kreative muss ein Schneemann ein Kunstwerk sein. Aus dem Schneemann kann dann auch ganz schnell eine Schneefrau oder eine Schneetier werden.  Je nachdem, wo es die schöpferische Laune gerade hinzieht.

Die ausgefallene Deko gehört natürlich dazu. Die Schneefrau rekelt sich dann etwa im Bikini. Ganz klar, dass solche Kunstwerke auch nicht nur für den einen Tag gemacht werden. Immerhin hat die Kreative stundenlang an ihrem Schneemann gebaut, da muss er doch eine Weile halten – zumindest bis das Tauwetter ihn zerfrisst.

 

Der Improvisierer

Keine Lust auf einen typischen Schneemann, oder zu faul für die dritte Kugel? Improvisiert aber doch schön ist dieser Schneemann, aufgenommen in Friedrichsruhe (bei Zweiflingen).  Foto: Juliane Renk

Der Schnee pappt nicht? Es gibt keinen passenden Hut? Kein Problem für den Improvisierer. Gemeinsam mit den Kindern wird gebaut, weil es Spaß macht. Wenn dann der Bauch eine Zylinderform hat oder ein Stück vom Oberkörper fehlt – wen interessiert’s?

Genauso wenig anspruchsvoll ist der Improvisierer bei der Auswahl der Deko. Das was gerade zur Hand ist wird verwurschtelt. Dann landet schon mal eine Pelone auf dem Schneemann-Kopf oder ein krummer Stock als Nase. „Es ist originell“, wird die Improvisiererin sagen, „und morgen ist er eh wieder geschmolzen“.

 

Der Zerstörer

Schnemann bauen ist nach Meinung des Zerstörers total überflüssig. Die stehen nur im Weg und verschandeln die Landschaft. Und wenn die Männchen dann endlich geschmolzen sind, bleibt nur eine Mütze im Matsch.

Die einzige Lösung aus Sicht des Zerstörers: Die Schneemänner umtreten, kaputt schlagen oder sonst wie zerstören – und zwar möglichst alle. Wenn er dabei erwischt wird, handelt er sich den Zorn seiner Mitmenschen ein. Oder aber den Spott der Internetgemeinde: