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Unterland im Aufbruch
Von Kilian Krauth
Vom Start weg ein Erfolg: 2500 Läufer nehmen am 16. Juni 2001 am ersten Heilbronner Trollinger-Marathon teil. Der Lauf verbindet die Region. HSt/dpa
Region - Landauf, landab reden alle von Aufbruch. Die Wirtschaft im Unterland boomt. Bosch, Getrag, Bechtle: Ansiedlungen auf der grünen Wiese und der Ausbau des Audi-Werkes schaffen neue Arbeitsplätze. „Bankenkrise“ ist beim Auftakt ins 21. Jahrhundert ein Fremdwort. Auch wenn die Gewerbesteuern bald Berg und Tal fahren, nutzen viele Kommunen den Rückenwind für Investitionen. Manche entdecken ihre Mitte wieder, werten sie auf, bringen Leben in den Ort.Gestaltungsoffensive
Nordheim gelingt im Hitzejahr 2003 mit dem Blumensommer ein großer Wurf. Neckarsulm verwandelt seine einst vom Verkehr dominierte Mitte in einen einladenen Stadtraum mit tollen öffentlichen Einrichtungen. Nicht überall hat man ein glückliches Händchen. Bad Friedrichshall ringt bis heute um seine neue Mitte.
In Heilbronn ist der Begriff „Gestaltungsoffensive“ nicht zu hoch gegriffen. Bis weit in die 90er gilt der Berliner Platz als Inbegriff der Stagnation. Mit dem K3 erhält die nördliche City den lang ersehnten, im Ergebnis aber umstrittenen Gegenpol zur starken Fleiner Straße – wo mit der zunächst umstrittenen ECE-Stadtgalerie 2008 ein neuer Magnet entsteht. Zuvor bekommt die Fußgängerzone etappenweise neue Beläge. Aus der Kaiserstraße wird eine Stadtbahntrasse. 2001 erreicht das Gemeinschaftsprojekt die Harmonie, 2004 den Pfühlpark, 2005 Öhringen. Es wächst zusammen was zusammen gehört.
Auf dem Heilbronner Weindorf dürfen sogar Hohenloher Wengerter Wein ausschenken – und umgekehrt Heilbronner in Öhringen. Der Trollinger-Marathon wird zur Marke. Der Tourismus von Deutschlands Rotweinregion Nr. 1 kommt langsamer in Gang.
Stiftergeist
Der Kiliansturm ist ab 2001 drei Jahre eingerüstet. Eine alte Orientierungsmarke erlangt neue Strahlkraft. Der Stiftergeist springt auf andere Bereiche über, etwa auf Bildung. Der Pisa-Studie folgt eine Bildungsoffensive: zwei kirchliche Privatschulen entstehen und viele Ganztageseinrichtungen, Heilbronn nennt sich erst Kinder-, dann Hochschulstadt.
Die Bundesgartenschau 2019 zeigt, wohin die Reise am Neckar geht. Ob das von Bürgerprotesten begleitete Verkehrschaos auf und an der A 6 bis dahin gelöst ist? Über das „Phantom von Heilbronn“ (2008) und den „Bäcker von Siegelsbach“ (2006) wird sich dann keiner mehr den Kopf zerbrechen.
28.08.2009













