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Stadtbahn, WM-Fieber und Schönheits-OP
Von Ralf Reichert
Die Fußball-WM in Hohenlohe hautnah erleben: Dieser Traum wurde 2006 wahr. Die Australier trainierten in Öhringen - und lockten tausende Fans an. HSt/dpa
Schon Mitte der 90er Jahre war sie herbeigesehnt worden, im Dezember 2005 wurde der Wunsch endlich Wirklichkeit: Die erste Stadtbahn aus Heilbronn rollte in den Öhringer Bahnhof. Wohin die Reise noch geht, bleibt abzuwarten. Künzelsau will ebenfalls einen Anschluss, langfristig soll die Stadtbahn bis Schwäbisch Hall führen.Doch Öhringen wurde noch in ganz anderer Hinsicht aufgewertet: der Limespark, das größe Neubaugebiet, wächst und gedeiht seit vier Jahren, das neue Freibad lockt auch viele Besucher von auswärts an. Zwei Feste prägten das Jahrzehnt: die 750-Jahr-Feier 2003 und das WM-Sommermärchen 2006. Die australische Fußball-Nationalmannschaft übernachtete in Friedrichsruhe und trainierte in Öhringen, wo die Socceroos über 60 000 Besucher in vier Wochen anzogen. Seit ein paar Jahren investiert die Stadt kräftig in die Infrastruktur. Das Begonnene wird Thilo Michler fortführen, der Oberbürgermeister Jochen K. Kübler am 6. Oktober ablösen wird.
Schönheits-OP
Auch Künzelsau hat sich enorm weiter entwickelt. Der B 19-Aufstieg wurde auf drei Spuren verbreitert, die Umgehung Gaisbach wird gerade gebaut. Der Innenstadt wurde eine Schönheits-OP verordnet – die hohen Gewerbesteuereinnahmen machen es möglich. Stadt am Fluss in den Wertwiesen, das neue Flussbad mit Biergarten, die geliftete Hauptstraße, das sanierte Bahnhofareal – und, und, und. Künzelsau wird am Ende des Jahrzehnts ganz anders aussehen.
Die Firma Würth feierte 2005 in großem Stil. Der Konzern wurde 60, der große Lenker 70. Doch danach lief es nicht mehr so rund. Die Steuerfahndung schlug zu, die Wirtschaftskrise ebenfalls. Ambitionierte Projekte wie das Kultur- und Kongresszentrum liegen seitdem auf Eis, die Auslandsgeschäfte wurden in die Schweiz verlagert, Reinhold Würth verlegte seinen ersten Wohnsitz nach Österreich.
Aus Sicht des Kreises waren drei Ereignisse bemerkenswert: Das lange Ringen und Scheitern der großen Klinik-Lösung mit Hall 2005, die Scheidung der jungen Touristik-Ehe 2006 mit dem selben Partner sowie der abgeblasene Müll-Deal 2007, nachdem besorgte Bürger vehement gegen die Lieferung von vermeintlich problematischer Erde aus Mailand protestiert hatten.
28.08.2009













