Bundesrepublik Deutschland wird 60



Wie wir wurden, was wir sind – aus Ruinen ins Wohlstandsland.

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 Bildergalerie: 60 Jahre Bundesrepublik Deutschland
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Fantasy und provokantes Theater

Von Claudia Ihlefeld


Twittern mit der Spaßgesellschaft und die Rückbesinnung auf immaterielle Werte, Abba-Mania, deutscher Ghetto-Rap, eine polemische Diskussion über Regietheater und Werktreue in der Mitte des Jahrzehnts, die jetzt wieder aufgegriffen wird. Oder der Siegeszug deutschsprachiger Bands wie Wir sind Helden, Juli und Silbermond: Das junge  Jahrtausend hat einiges zu bieten, der große Wurf, die kulturelle Kontroverse lässt noch auf sich warten.

Aufreger für Buchbranche und Printmedien ist die fortschreitende Digitalisierung, die Reform der Rechtschreibreform wird von Kritikern als Untergang des Abendlandes empfunden. Weltweit fragen Intellektuelle nach den Folgen der Globalisierung auf die Entwicklung der Medien sowie auf den gesamten kulturellen Bereich.

Wie könnte eine Philosophie aussehen, die sich den neuen Bedingungen kritisch stellt? Wenn Bücher als E-Books im Pocketformat Klassiker und Lexika speichern und am heimischen PC Musik und anderes geistiges Eigentum heruntergeladen werden, verändert sich unsere Kommunikation.

Diskutiert wird eine Kulturflatrate, ein Pauschalbetrag für alle User. Ein Jahrzehnt, so unübersichtlich wie die rasanten technischen Neuerungen und wirtschaftlichen Zusammenbrüche. 2004 erhält Elfriede Jelinek den Literaturnobelpreis, der Deutschtürke Fatih Akin gewinnt bei der Berlinale den Golden Bären für seinen Film „Gegen die Wand“ mit der in Heilbronn geborenen Türkin Sibel Kekilli.
Im Zuge der Fantasy-Welle erhält „Der Herr der Ringe“ einen Oscar, die Harry-Potter-Bücher der Britin Joanne K. Rowling lösen einen medienübergreifenden Hype aus.

Kostenfreie Videoportale stellen Alternativen zum Fernseprogramm dar. Der Exhibitionismus der Menschen findet ein Ventil in Castingshows und Reality-TV, Kochsendungen werden zunehmend beliebter.

Diamanten-Totenschädel

2008 erscheint mit Uwe Tellkamps Roman „Der Turm“ das hochgelobte Epos über den Untergang der DDR und jener Bürger, die es sich im Sozialismus gut eingerichtet hatten.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts behauptet sich die Malerei neben digitaler Kunst, Rauminstallation, Videokunst und Performance. Auktionspreise erzielen astronomische Höhen. Eine anonyme Investorengruppe bringt 74 Millionen Euro auf, um den mit 8601 Diamanten besetzten Totenschädel des britischen Künstlers Damien Hirst zu kaufen.

28.08.2009