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Die 70er: Zeit der Zusammenschlüsse
Von Heiko Fritze
Eine der ersten Sitzungen: Der neue Kreistag findet 1973 zusammen. Kreisstadt wird Künzelsau, erster Landrat ist Franz Susset. HSt/dpa
Hohenlohe - Es ist eine Geburt unter vielen Schmerzen: Von 1970 an wird über die Neugliederung der Landkreise in Hohenlohe diskutiert, bis es am 1. Januar 1973 zur Bildung des Hohenlohekreises kommt. Alle möglichen Varianten sind bis dahin im Gespräch – Öhringen soll zu Heilbronn, Künzelsau zu Schwäbisch Hall geschlagen werden; das Jagsttal liebäugelt zwischendurch mit dem Beitritt zum Tauber-Kreis.Auch auf der kommunalen Ebene ist die Zeit der Zusammenschlüsse, und die Pläne ziehen weitere Kreise, als sie heute in den Grenzen festgeschrieben sind: Die Rede ist zum Beispiel von einer Verwaltungsmeinschaft von Sindringen bis Niedernhall – heute existieren hier die selbstständigen Kommunen Forchtenberg, Weißbach und Niedernhall. Auch ein Öhringen-Nord steht kurz zur Debatte, daraus entsteht die Gemeinde Zweiflingen. Das badische Krautheim nimmt das württembergische Altkrautheim auf – als erste Kommune im Land. Anderswo proben Orte den Ausstieg: Die Hollenbacher wollen zu Niederstetten und in den Main-Tauber-Kreis, aber wie die Dimbacher scheitern sie mit dem Seitenwechsel.
Erster Landrat wird der bisherige Öhringer Amtsinhaber Franz Susset – der Künzelsauer Alt-Landrat Bernhard Vesenmayer verzichtet, um eine Kampfabstimmung zu vermeiden. Dafür wird Künzelsau Kreisstadt, das Autokennzeichen KÜN kommt anstelle des erhofften HOK, Erste Großprojekte sind noch 1973 das neue Krankenhaus in Öhringen und das Berufsschulzentrum in Künzelsau. Außerdem entsteht dort 1975 ein neues Landratsamt und ein neues Gymnasium. Lange dauert die Suche nach dem Standort einer zentralen Mülldeponie – fündig wird der Kreistag schließlich bei Kupferzell-Beltersrot.
In und um Öhringen wird viel abgerissen und neu gebaut. 1975 ist der Autobahnanschluss fertig, ein Jahr später ist auchKupferzell angeschlossen. Viele Kommunen freuen sich über neue Sporthallen. 1975 wird um das Neuensteiner NSU-Werk gezittert. Schließlich macht dort der Getriebebauer Getrag weiter. Zwei Unternehmen sorgen 1977 für Schlagzeilen: Würth beginnt mit dem Bau des Vertriebszentrums bei Gaisbach, Hornschuch führt als eine der ersten Firmen in Deutschland die Mitbestimmung ein.
20.05.2009













