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Wembley-Tor und Jahrhundert-Sprung
Von Stephan Sonntag
Drin oder nicht drin: Das legendäre Wembley-Tor des Engländers Geoff Hurst gegen den deutschen Torwart Hans Tilkowski zum 3:2 im WM-Finale 1966. HSt/dpa
Tofik Bachramow stürzte Fußball-Deutschland 1966 ins Tal der Tränen. Denn es war der aserbaidschanische Linienrichter, der das legendäre Wembley-Tor zum 2:3 im WM-Endspiel gegen England erst ermöglichte. Schiedsrichter Gottfried Dienst aus der Schweiz hatte nicht gesehen, ob der Ball nach Geoff Hursts Drehschuss von der Unterkante der Latte hinter oder vor der Torlinie wieder aufgesprungen war. Bachramow hingegen war als einziger im Stadion der Überzeugung, dass der Ball gar aus dem Netz zurück auf die Torlinie gesprungen war und entschied – Tor für England.Zentimeterentscheidung
Unvergessen, wie der todunglückliche Uwe Seeler nach der Niederlage mit hängendem Kopf den Ort des Geschehens verließ. Die faire Haltung der deutschen Elf nötigte den ehemaligen Kriegsgegnern jedoch großen Respekt ab. Zu Englands Glück war damals auch das Elfmeterschießen noch nicht erfunden, sonst hätte die Sache auch leicht anders ausgehen können.
Drei Jahre zuvor fand eine lange Fußball-Erfolgsgeschichte ihren Anfang: 1963 wurde die Fußball-Bundesliga gegründet. Damit hatte Westdeutschland erstmals eine einheitliche höchste Spielklasse, in der DDR gab es die bereits seit der Saison 1949/50.
Erster Torschütze der neuen Bundesliga war Timo Konietzka von Borussia Dortmund, auch wenn damals noch keine Fernsehkamera bereit stand, um das Ereignis einzufangen. Erster Meister wurde der 1.FC Köln, der damals als deutsches Pendant zu den Königlichen von Real Madrid galt.
Doch nicht nur fußballerisch wurden in den 60er Jahren Meilensteine gesetzt. Bereits 1960 gelang dem Leichtathlet Armin Hary einmaliges: Als erster Mensch lief er in Zürich die 100 Meter in 10,0 Sekunden. Zwar handgestoppt, aber dafür auch auf einer Aschenbahn. Im gleichen Jahr holte Hary bei den Olympischen Spielen in Rom Gold über die Königsstrecke. Das hat bis heute kein deutscher Sprinter mehr geschafft.
8,90 Meter
Noch Aufsehen erregender war aber der Sprung eines US-Amerikaners in neue Dimensionen. Als Bob Beamon bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko zu seinem ersten Sprung anlief, hätte er sich wohl nicht träumen lassen, wo er schließlich landen würde. 8,90 Meter – 55 Zentimeter weiter als der bestehende Weltrekord. 23 Jahre stand diese Zahl wie in Stein gemeißelt in allen Rekordlisten. Erst Beamons Landsmann Mike Powell brach ihn 1991 um fünf Zentimeter.
20.04.2009













