- Artikel
- 0 Kommentare
- Versenden
Pop Art, Beat und Psychedelic
Von Andreas Sommer
Aus den Kellern Liverpools auf die Bühnen der Welt: Die Beatles (v. l.) Paul McCartney, Ringo Starr, John Lennon und George Harrison geben den Ton an. HSt/dpa
Wild und aufregend sind sie, die „Roaring Sixties“: Beatniks, Rocker, Hippies und Studenten verunsichern das Establishment. Von London und New York gehen die Impulse aus. „Happening“ und „psychedelisch“ sind typische Wörter des Jahrzehnts. „Psychedelisch“ beschreibt das Rauschgefühl mit und ohne Drogen, hervorgerufen durch Klänge, Licht, Farben. Zwischen Rausch und Realität vollziehen sich die künstlerischen Entwicklungen.Happenings
Wolf Vostell veranstaltet 1964 das erste deutsche Happening. Heinar Kipphardt und Peter Weiss schreiben Dokumentarspiele, Rolf Hochhuth („Der Stellvertreter“) arbeitet Skandale auf, Martin Sperr („Jagdszenen in Niederbayern“) seziert die Hölle namens Provinz, Peter Handke übt sich in „Publikumsbeschimpfung“. Theaterregisseure wie Peter Zadek legen den politischen Kern der Klassiker bloß. Auch im Musical „Hair“ spiegelt sich die Protestbewegung gegen Rassenkampf und Vietnamkrieg.
1965 ist James Bond weltberühmt – und mit ihm sein erster Filmdarsteller Sean Connery. Ein Bad in Roms Brunnen Fontana di Trevi nimmt Anita Ekberg für Federico Fellinis stilprägenden Film „La Dolce Vita“ (1960). Der bedeutendste Kinorebell heißt Jean-Luc Godard, der Fakten und Fiktion zu aggressiver Gesellschaftskritik montiert. Mit Volker Schlöndorffs „Der junge Törless“ beginnt die Ära des neuen deutschen Films. Stanley Kubricks „Lolita“ (1962) gibt einen milden Vorgeschmack auf Ingmar Bergmans „Das Schweigen“ (1963) und die Aufklärungs-Sexfilmwelle von „Helga“ bis Oswalt Kolle.
Woodstock und Altamont
Pop Art heißt die Kunstströmung der 60er Jahre. Robert Rauschenberg und Andy Warhol verfremden die Fetische der Konsumgesellschaft. Auf der Documenta 1968 in Kassel verpackt Christo einen 85 Meter hohen aufgepumpten Kunststoffschlauch.
Udo Jürgens und Mireille Mathieu starten ihre Karrieren. Die Beatles, die ihre Lehrjahre 1960/61 in Hamburg erleben, formen mit zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug die Musik des Jahrzehnts. 1969 kommen 400 000 zum größten Musikfestival nach Woodstock: ein friedvolles Chaos. Wenig später wird in Altamont während des Auftritts der Rolling Stones ein junger Farbiger vor der Bühne erstochen. Der Traum vom Flower-Power-Happening ist ausgeträumt.
20.04.2009













