Bundesrepublik Deutschland wird 60



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 Bildergalerie: 60 Jahre Bundesrepublik Deutschland
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Baby- und Bauboom

Von Henry Doll und Bettina Henke

Die sechziger Jahre
1961 kauft die Stadt Öhringen vom Fürstenhaus Hohenlohe-Oehringen das Schloss samt Hofgarten. Die alte Holz-Treppe in den Park wird 1968 erneuert. HSt/dpa
Künzelsau/Öhringen - 1966 kann der Kreis Künzelsau einen landesweiten Rekord für sich verbuchen: Im Schnitt kommen auf 1000 Bürger des Altkreises 8,9 Eheschließungen. Damit liegt der Kreis über der landesweiten Ziffer von 7,8 Eheschließungen pro 1000 Einwohnern. Unter allen damals 63 Landkreisen ist Künzelsau Spitzenreiter. 293 Mal wurde in diesem Jahr im Kreis standesamtlich geheiratet. Das hatte Folgen: Die 60er Jahre waren auch im Kochertal das Jahrzehnt der Babyboomer. Im Altkreis Künzelsau kamen im selben Jahr, für das der Kreis den Spitzenwert bei der Zahl der Eheschließungen errang, 692 Kinder zur Welt. Statistisch gesehen fast zwei pro Tag. Der Geburtenüberschuss lag bei 347 Personen.

Die sechziger Jahre waren für Künzelsau eine Zeit dynamischen Wachstums. Ein Volksschulneubau für damals 3,5 Millionen Mark wird 1964 in Angriff genommen, im zweiten Bauabschnitt entstehen noch die Schwimmhalle für damals 2,2 Millionen Mark und die neue Turnhalle (damals 1,1 Millionen Mark). Vier Jahre später wird ein neues Kreiskrankenhaus fertiggestellt. Das noch junge Unternehmen Berner eröffnete einen Neubau, die Firma Ziehl begann einen Erweiterungsbau an der Stadthalle, Sigloch baute ebenfalls. Im Kochertal werden die Griechen zur größten Gastarbeitergruppe.

Wegweisend

Dynamisch verlaufen die sechziger Jahre auch im Altkreis Öhringen. Mit den Flüchtlingen aus dem Osten ist die Zahl der Einwohner in der Kreisstadt zu Beginn des Jahrzehnts auf rund 10 000 gestiegen. Schul-, Hallen- und Straßenbau prägen in vielen Gemeinden des Kreises das Bild. In Öhringen werden Schiller-, Hungerfeld- und Realschule neu gebaut. Der Kreis investiert fünf Millionen Mark in den Neubau der Gewerbeschule. Eine wegweisende Entscheidung für die Stadt ist 1961 unter der Ägide von Bürgermeister Richard Laidig der Kauf des Schlosses samt Hofgarten vom Fürstenhaus. Im gleichen Jahr wird die neue Sporthalle am Pfaffenmühlweg eingeweiht. In das Gedächtnis vieler älterer Öhringer hat sich der Altstadtbrand im Juli 1963 eingegraben, bei dem vier Häuser zerstört und 15 Familien obdachlos werden.

20.04.2009