Bundesrepublik Deutschland wird 60



Wie wir wurden, was wir sind – aus Ruinen ins Wohlstandsland.

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 Bildergalerie: 60 Jahre Bundesrepublik Deutschland
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Es lebe der Rock ’n’ Roll

Von Uwe Grosser

Der unumstrittene Star der 50er Jahre war Elvis Presley. Stadt_Friedberg
„Rock Around the Clock“ ist das Motto junger Leute in den 50er Jahren. Der Hit von Bill Haley aus dem Jahr 1955 ist der Durchbruch für den Rock ’n’ Roll in Deutschland. Doch der gar nicht so wild wirkende Haley taugt schon rein äußerlich nicht als Idol einer Jugend in Aufbruchstimmung.

Diese Rolle übernimmt ein Junge aus Mississippi namens Elvis Presley. Als der 1956 mit „Heartbreak Hotel“ die Hitparaden stürmt, ist es vor allem um die jungen Mädchen geschehen. „Elvis the Pelvis“, so sein Spitzname in Anspielung auf seine sexy Hüftbewegungen, ist der personifizierte Rock ’n’ Roll. Die Halbstarken, wie die Jungs mit den Lederjacken und Motorrädern in jenen Jahren genannt werden, haben endlich ihre eigene Musik – und entwickeln sich zu Rüpeln. Trotz Elvis ist es Bill Haley, der sie zum Ausrasten bringt – mit einem Film. Nach der Vorführung von „Außer Rand und Band“ mit Haley ziehen am 30. Dezember 1956 rund 4000 Jugendliche randalierend durch Dortmund, belästigen Passanten und legen sich mit der Polizei an. Die Musik ist das erste Ventil einer Jugend, die die spießbürgerliche Enge so langsam satt hat.

Herausragender Roman

In der Literatur jener Jahre ist eine ganz andere Art von Aufbruchstimmung zu spüren. Ihr geht es um die kritische Aufarbeitung der jüngsten deutschen Geschichte, die Distanzierung vom Dritten Reich. Eine wichtige Institution im Ringen um neue Formen und Inhalte ist die Gruppe 47, die bis 1967 existiert. Sowohl ältere Schriftsteller wie Wolfgang Koeppen („Tauben im Gras“), aber auch junge Literaten wie Heinrich Böll („Haus ohne Hüter“), Hans Magnus Enzensberger („Verteidigung der Wölfe“), Siegfried Lenz („Es waren Habichte in der Luft“) oder Günter Grass beleuchten den Nationalsozialismus, seine Ursachen und Folgen literarisch. Der herausragende Roman jener Zeit war „Die Blechtrommel“ von Günter Grass von 1959.

Expressive Tendenzen

Sehr schwierig war die Situation für junge bildende Künstler nach den Jahren der Isolation. Bereits 1948 gründete sich in Recklinghausen die Gruppe Junger Westen, 1949 folgte in München Zen 49 und in Frankfurt wurde 1952 die Quadriga gegründet. Diesen Zusammenschlüssen gehörten auch einige der späteren Vertreter informeller Kunst an.

Doch zunächst bemühten deutsche Künstler sich um Kontakte zu amerikanischen und französischen Kollegen, denn im Ausland tat sich einiges. So entstand Mitte der 50er Jahre in den USA und England unabhängig voneinander die Pop-Art. In Europa waren dagegen überall expressive Tendenzen erkennbar.

27.03.2009