Analoge Schätze ins rechte Licht gerückt

bad wimpfen Richard Helferich vermacht Museum Privatsammlung rund um die Fotografie

Von Rudolf Landauer

Analoge Schätze ins rechte Licht gerückt
Rund 400 historische Kameras, die Rudolf Fischer derzeit katalogisiert, bekam das Reichsstädtische Museum der Stadt vermacht. Am 17. Oktober soll die Ausstellung eröffnet werden.Foto: Rudolf Landauer

Bad Wimpfen - Die Exponate, die normalerweise Mitglieder des Vereins Alt Wimpfen im Reichsstädtischen Museum im Alten Spital bearbeiten, aufbewahren und präsentieren, sind deutlich älter als der jüngste Zuwachs, der aus dem vergangenen Jahrhundert stammt. Die umfangreiche Sammlung, die der Bad Wimpfener Richard Helfrich dem Verein, dem er als Mitglied viele Jahre angehört, vermachte, lässt die Herzen zahlreicher Fotofreunde, Sammler und Museumsbesucher höher schlagen.

Dachgeschoss Rund 400 historische Foto- und Filmkameras sowie ein komplettes Fotolabor hat der 86-jährige ehemalige Studiendirektor und Professor in Stuttgart, dem Museum überlassen. Die Stadt und der Verein richteten dafür das Dachgeschoss her, bauten neue Vitrinen, Fußböden, Heizung und eine neue Technik ein, um den Neuzugang aufnehmen zu können. Die Sammlung repräsentiert die Foto- und Kamerageschichte ab etwa 1900 bis zum Beginn des digitalen Zeitalters.

Bei wichtigen Anlässen in der Stauferstadt war Richard Helfrich mit seiner professionellen Foto- und Videokameraausrüstung dabei und hielt Ereignisse aber auch Stillleben und Landschaften zu allen Jahreszeiten in prächtigen Bildern fest. Seit seiner Kindheit interessierte er sich für Optik und baute schon als 14-Jähriger ein astronomisches Fernrohr. 1952 konnte er sich seine erste Fotokamera leisten, eine Akarette der Firma Apparate Kamerabau. "Die Akarette habe ich für mich behalten, weil sie mir viel bedeutet", sagte der Senior. Rund 250 Mark musste man damals dafür ausgeben.

Nahezu alle Marken der Kameraindustrie sind in der Sammlung vertreten, darunter auch legendäre Stücke. Von manchen sind sogar mehrere Varianten dabei. Die bekannten Foto-Boxen von Agfa und Kodak fehlen ebenso wenig, wie die exklusive Marke Linhof, die Helfrich in der Variante Linhof Technika verwendete. Neben den Marken Leica, Zeiss, Voigtländer, Kodak, Mamiya, Yashica, Rollei, Agfa, Minolta und Olympus vom Kleinbild, Mittelformat bis zum Großformat, steht auch eine selbstgebaute Lochkamera in der Vitrine.

Glücklich Die Vereinsmitglieder Rudolf Fischer, Wolfgang Bausch und Günther Haberhauer sind momentan dabei, die Sammlung zu katalogisieren und themengerecht aufzubereiten. "Wir sind sehr glücklich über diese tolle Sammlung", sagte das Trio unisono. Sie wird ergänzt durch historische Fotos der Wimpfener Fotografen August von Lorent (1813 bis 1884) und Engelbert Goriup (1904 bis 1996). Die Originale liegen in Vitrinen, die Bilder sind aber auch in neu installierte Technik auf einem Flachbildschirm in Augenhöhe zu sehen.

Auch Bürgermeister Claus Brechter freut sich über diese Sammlung, die die jüngere Stadtgeschichte beinhaltet, aber in seinen Augen ebenso wichtig ist. Am Sonntag, 17. Oktober, wird die Ausstellung der Öffentlichkeit um 11.15 Uhr zugänglich gemacht.