Platzzahl verdoppelt und die Kosten halbiert

Stadt Heilbronn wandelt Gruppen für erzieherische Hilfen in Hort- und Hausaufgabenbetreuungsgruppen um

Von Wolfgang Bunse

Die Mitglieder des städtischen Verwaltungsausschusses konnten es nicht so recht glauben, wollten einem Versuch aber dann doch nicht im Wege stehen. Sie kündigten jedoch an, die Sache kritisch zu beobachten und Korrekturen zu fordern, wenn es nicht klappt.

Sozialbürgermeister Harry Mergel versicherte, dass die Sache nur deshalb funktioniere, weil es inzwischen in Heilbronn zahlreiche erzieherische Hilfen gibt, die greifen, bevor ein Kind in eine Erziehungsgruppe kommt: Sprechstunde an der Schule, Sozialtraining, Schulsozialarbeit, Ausbau der Schülerbetreuung, mehr präventive Angebote bereits im Kindergarten, mehr sozialpädagogische Familienhilfe, mehr Ganztagsschulen und die Schule für Erziehungshilfe in Sontheim.

Vier Gruppen mit 48 Plätzen des teuren Jugendhilfeangebots mit Namen „flexible erzieherische Hilfen“ (161 Plätze gibt es davon) werden ab September schrittweise in vier Hortgruppen mit 80 Plätzen und eine Hausaufgabenbetreuungsgruppe mit 20 Plätzen (an der Dammschule) umgewandelt. Die Platzzahl kann von bisher zwölf auf 20 erhöht werden, die Betreuung der Kinder übernehmen Erzieherinnen, was für die Stadt billiger kommt. Die Gruppen werden beim Verein Kleingartacher und der Evangelischen Jugendhilfe Friedenshort angesiedelt. Das Land zahlt für die fünf Gruppen im Jahr 54 000 Euro. Der städtischen Betriebskostenzuschuss, den der Ausschuss genehmigte, liegt bei jährlich einer halben Million Euro. Bisher bezahlte die Stadt für die vier umzuwandelnden Erziehungshilfegruppen fast eine Million Euro. (ub)